Österreich: FPÖ-Chef will nächste Regierung anführen

Der rechtsextreme Parteichef Herbert Kickl (FPÖ) besteht darauf, dass seine Partei nach der Wahl 2024 an der Spitze einer Zweierkoalition regieren soll. In den Umfragen liegt er derzeit vorne.

Euractiv.de
Extraordinary federal party meeting of the FPOe
Da seine Partei in den Umfragen bei rund 30 Prozent liegt, will Kickl (Bild) die Wähler mobilisieren, um eine Dreiparteienkoalition nach deutschem Vorbild zu vermeiden. [EPA-EFE/DANIEL NOVOTNY]

Der rechtsextreme Parteichef Herbert Kickl (FPÖ) besteht darauf, dass seine Partei nach der Wahl 2024 an der Spitze einer Zweierkoalition regieren soll. In den Umfragen liegt er derzeit vorne.

Nur eine Zwei-Parteien-Konstellation mit der FPÖ an der Spitze wäre ein „Garant für echte Veränderungen in Österreich“, so Kickl in einem Interview mit der Nachrichtenagentur APA.

Da seine Partei in den Umfragen bei rund 30 Prozent liegt, will Kickl die Wähler mobilisieren, um eine Dreiparteienkoalition nach deutschem Vorbild zu vermeiden.

Die Rechtsextremen müssen so stark werden, dass eine Zweiparteienkoalition ohne die FPÖ nicht machbar ist, denn „die Alternative wäre dann irgendeine Form der Ampel. Und wer das nicht will, der muss die FPÖ zur stärksten Kraft machen“, sagte er.

Andere Parteien zeigten sich zunehmend offen dafür, mit der extremen Rechten zu regieren, fügte er hinzu. Damit spielte er offensichtlich auf den ständigen Flirt der konservativen ÖVP (EVP) mit der extremen Rechten an. Dies könnte sich noch verstärken, da die regierenden Konservativen und ihr derzeitiger Koalitionspartner, die Grünen, in der Politik zunehmend auseinanderdriften.

Kickl würde entweder mit Mitte-Rechts oder Mitte-Links regieren, fügte er hinzu. Dies hänge nur davon ab, wer bei den Wählern besser abschneide.

Sollten die Rechtsextremen im nächsten Jahr gewinnen, wäre Kickl wahrscheinlich der erste rechtsextreme Staatschef Österreichs überhaupt.