Österreich "leide" unter Asylanträgen: ÖVP-Generalsekretärin in der Kritik

Mitglieder der Grünen, Koalitionspartner der regierenden ÖVP, bezeichneten die ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner als "menschenverachtend" und "rassistisch" für ihre Äußerungen, dass Österreich unter einer hohen Zahl von Asylanträgen "leide".

Euractiv.de
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Außerdem dürfe die EU sich nicht von der “notwendigen Nachbarschaftshilfe” für die Ukraine “blenden” lassen und dazu führen, dass die Grenzen für alle Migranten geöffnet würden, so die konservative Politikerin. [Shutterstock/Johanna Poetsch]

Mitglieder der Grünen, Koalitionspartner der regierenden Österreichischen Volkspartei (ÖVP), bezeichneten die ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner als „menschenverachtend“ und „rassistisch“ für ihre Äußerungen, dass Österreich unter einer hohen Zahl von Asylanträgen „leide.“

„Insgesamt 16.000 Asylansuchen wurden heuer bereits gestellt. Die allermeisten Asylwerber stammen aus Afghanistan & Syrien. Damit leidet Österreich an der pro Kopf zweithöchsten Belastung durch Asylanträge in der EU“, schrieb Sachslehner am Sonntag (5. Juni) auf Twitter und in einer Presseerklärung.

Außerdem dürfe die EU sich nicht von der “notwendigen Nachbarschaftshilfe” für die Ukraine “blenden” lassen und dazu führen, dass die Grenzen für alle Migranten geöffnet würden, so die konservative Politikerin.

„Zwischen den Kriegsvertriebenen aus der Ukraine und allen anderen Migranten, die meist aus wirtschaftlichen Gründen nach Österreich wollen, muss unterschieden werden,” sagte sie weiter.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, twitterte daraufhin, die Generalsekretärin der Österreichischen Volkspartei betreibe „offen rassistische Polemik.“

„Ich leide bei so viel Menschenverachtung in einem Tweet. Hör auf, dich so über schutzsuchende Menschen zu äußern, Laura!“

Lukas Gehleitner-Gertz von der Asylkoordination Österreich sagte der Tageszeitung Der Standard, dass die Asylantragszahlen zwar sehr hoch seien, aber im Vergleich zu den Vorjahren immer noch niedrig, vor allem wegen der Pandemie.

In den ersten Monaten von 2022 sei zudem ein Viertel der Asylverfahren eingestellt worden, weil sich die Menschen nicht mehr im Land aufhielten. Dadurch werden die Behörden nicht belastet und auch grundlegende Dienstleistungen werden nicht mehr in Anspruch genommen, so Gehleitner-Gertz.