Österreich: Türkei soll zwischen Israel und Hamas vermitteln

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer hat bei seinem Staatsbesuch in der Türkei den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, seinen Einfluss auf die Hamas zu nutzen, um die Freilassung von Geiseln zu erreichen.

Euractiv.de
shutterstock_2334796863-e1697000109844-800×450
"Die Türkei ist eine starke Militärmacht in der Region, sie kennt viele Akteure, und Präsident Erdogan ist daher auch ein wichtiger Akteur, wenn es darum geht, auf die Hamas einzuwirken, damit die Geiseln verschont werden", sagte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (Bild) dem Sender Puls4. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer hat bei seinem Staatsbesuch in der Türkei den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, seinen Einfluss auf die Hamas zu nutzen, um die Freilassung von Geiseln zu erreichen.

Nehammer hatte seinen Staatsbesuch in der Türkei am Dienstag (10. Oktober) von langer Hand geplant, um die angespannten Beziehungen beider Länder wiederzubeleben.

Das Treffen wurde jedoch von dem bewaffneten Konflikt zwischen der Hamas und Israel überschattet, der am Wochenende wieder aufflammte. Nehammer forderte seinen türkischen Amtskollegen auf, sich für die Freilassung der 150 Geiseln einzusetzen, die die Hamas bei ihrem Angriff genommen hatte.

„Die Türkei ist eine starke Militärmacht in der Region, kennt sehr viele Akteure und damit ist Präsident Erdogan auch ein wichtiger Mitakteur wenn es darum geht, Einfluss zu nehmen auch auf die Hamas, damit die Geiseln geschont werden“, sagte Nehammer dem Sender Puls4.

Erdogan ist seit langem ein Befürworter des palästinensischen Volkes und unterstützt eine Zwei-Staaten-Lösung in der Region. Vor kurzem hat die Türkei jedoch auch ihre Beziehungen zu Israel wiederbelebt, wobei Erdogan vor einigen Wochen am Rande der UN-Generalversammlung erstmals mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammentraf.

Obwohl die Türkei die Hamas nicht wie die EU und die USA als terroristische Organisation bezeichnet, sind Berichten zufolge in den letzten Monaten mehrere Hamas-Funktionäre aus der Türkei ausgewiesen worden.

Am Montag bot Erdoğan an, in dem Konflikt zu vermitteln und einen Gefangenenaustausch auszuhandeln, da es bei einem „gerechten Frieden“ „keine Verlierer“ geben würde.

Österreich war jedoch eines der ersten Länder, das den Hamas-Anschlag verurteilte und am Montag ankündigte, dass es aufgrund der Anschläge die gesamte Entwicklungshilfe für Palästina einstellen werde. Aus denselben Gründen rief Nehammer am Montag den ägyptischen Präsidenten Abdelfattah al-Sisi an und bat ihn ebenfalls, die Hamas zur Freilassung der Geiseln zu drängen.