Österreich verzeichnet starken Anstieg antisemitischer Vorfälle
An der Wiener Hauptsynagoge wurde eine israelische Fahne heruntergerissen – einer von vielen antisemitischen Vorfällen, die im ganzen Land stark zugenommen haben. In den letzten zwei Wochen gab es dreimal so viele Vorfälle wie im gesamten letzten Jahr.
An der Wiener Hauptsynagoge wurde eine israelische Fahne heruntergerissen – einer von vielen antisemitischen Vorfällen, die im ganzen Land stark zugenommen haben. In den letzten zwei Wochen gab es dreimal so viele Vorfälle wie im gesamten letzten Jahr.
In einem auf TikTok geposteten Video sind zwei junge Männer zu sehen, die am Samstag (21. Oktober) um zwei Uhr morgens eine israelische Flagge – die von der Polizei geschützt werden sollte – bei der Wiener Hauptsynagoge herunterreißen.
Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Liste von Angriffen auf die israelische Flagge ein. In Salzburg riss ein 14-Jähriger die Flagge aus ihrer Halterung am Schloss Mirabell, während bislang unbekannte Angreifer eine israelische Flagge in Linz zerschnitten.
Seit dem jüngsten Aufflammen der Gewalt zwischen der Hamas und Israel wurden der Israelitischen Kultusgemeinde Österreichs 76 antisemitische Angriffe gemeldet – wie etwa ein Ziegelstein, der in das Fenster einer koscheren Metzgerei geworfen wurde.
„Im Vergleich zu den im gesamten Jahr 2022 gemeldeten Vorfällen entspricht dies einer Steigerung um 300 Prozent“, sagte ihr Generalsekretär Benjamin Nägele am Sonntag (22. Oktober). Die Vorfälle müssen gemeldet werden, um in die Statistik einzugehen.
Das Fehlen von angekündigten Polizeieinsätzen zum Objektschutz der Wiener Synagoge und die veränderte Sicherheitslage – die Terrorwarnstufe in Österreich wurde auf die zweithöchste Stufe angehoben – setzen Innenminister Gerhard Karner zusätzlich unter Druck.
„Die Situation in Österreich ist sensibel und herausfordernd“, sagte er am Sonntag im ORF und forderte zusätzliche Gesetze, damit die Sicherheitsbehörden private Nachrichten im Messenger WhatsApp auswerten können.