Österreichs Bildungsministerium für Krisenmanagement in der Kritik
Österreichs Bildungsminister Martin Polaschek von der konservativen Partei (ÖVP) wird erklären müssen, was sein Ressort in Bezug auf die Pandemie, den Krieg in der Ukraine und die Digitalisierung falsch gemacht hat.
Österreichs Bildungsminister Martin Polaschek von der konservativen Partei (ÖVP) wird erklären müssen, was sein Ressort in Bezug auf die Pandemie, den Krieg in der Ukraine und die Digitalisierung falsch gemacht hat.
Polaschek war am Mittwoch (13. April) im Morgenjournal von Ö1 zu Gast, wo ihm einige kritischen Fragen zur Arbeit seines Ministeriums gestellt wurden.
Zur Beschäftigung von ukrainischsprachigem Lehrpersonal sagte Polaschek, dass frühere Bedenken nicht mehr zuträfen.
„Wir wissen nicht, wie viele kommen werden. Wir haben noch keine Zahlen dazu, wie viele Menschen aus der Ukraine Lehrer sind“, sagte Polaschek. Sein Ministerium ruft alle auf, sich zu melden, um nach den Osterferien im Klassenzimmer eingesetzt werden zu können.
Der Minister bestätigte auch, dass sich die Corona-Tests an Schulen ändern werden. Aufgrund der sinkenden Infektionszahlen, muss nach den Osterferien nur noch einmal pro Woche getestet werden.
Am 13. April wurden 12.471 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel auf unter 922. Auch in den Krankenhäusern sind die Zahlen der Coronaerkrankten deutlich zurückgegangen.
Neben Coronamaßnahmen wurde Polaschek auch zum Thema Digitalisierung in den Schulen befragt. Die digitale Grundausbildung für die fünfte und sechste Klasse soll im Herbst beginnen, aber ein Viertel der Schulen hat noch nicht die notwendige Ausrüstung erhalten.
Auch die Opposition reagierte schnell auf das Interview.
Martina Künsberg Sarre, Bildungssprecherin der NEOS, sagte, es sei noch unklar, wer ab Herbst die digitale Bildung unterrichten werde und dass auch die Lehrer:innen mit der entsprechenden Technik und den Kenntnissen ausgestattet werden müssten. Sie verwies darauf, dass sich das Bildungsministerium noch immer weigere, Fortbildungen verpflichtend zu machen.
Auch SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler forderte Antworten darauf, ob und wie das Ministerium auf die 5.000 ukrainischen Kinder, die bereits in Österreichs Schulen sind, vorbereitet ist.
Polaschek, der erst seit Dezember 2021 im Amt ist, sei „bereit, zurückzutreten“, fügte sie hinzu.