Österreichs Grüne verschieben EU-Parteitag nach Spekulationen über Rückzug von Spitzenkandidatin
Die österreichischen Grünen haben ihren für Dezember angesetzten Parteitag zum Auftakt der EU-Wahl abgesagt. Gerüchte über einen Rückzug der Favoritin auf die Spitzenkandidatur, Energieministerin Leonore Gewessler, könnten der Grund sein.
Die österreichischen Grünen haben ihren für Dezember angesetzten Parteitag zum Auftakt der EU-Wahl abgesagt. Gerüchte über einen Rückzug der Favoritin auf die Spitzenkandidatur, Energieministerin Leonore Gewessler, könnten der Grund sein.
Ursprünglich hatten die Grünen geplant, das neue Jahr mit einer EU-Liste unter Führung eines profilierten grünen Politikers zu beginnen und den Parteitag deshalb auf den 16. Dezember gelegt. Dieser wird nun stattdessen im Februar stattfinden.
In Wien hatte es zuvor bereits geheißen, dass Gewessler, eine der auffälligsten Minister:innen der Grünen, den EU-Wahlkampf der Partei anführen würde.
Nun hat sie angebliche ihre geplante Kandidatur zurückgezogen. Auch die grüne Justizministerin Alma Zadic stand Berichten zufolge nicht für eine Kandidatur zur Verfügung.
In Umfragen liegen die Grünen derzeit bei 9 Prozent und würden damit im Vergleich zur letzten EU-Wahl deutlich verlieren. Dennoch dürften sie wohl einen Sitz im EU-Parlament erringen.
Die Partei bestritt unterdessen, dass Gewesslers Rückzug der Grund für die Absage war. Stattdessen erklärte die Partei, sie wolle eine weitere Polarisierung im angespannten politischen Klima Österreichs vermeiden.
„Wahlkämpfe, so ehrlich müssen wir sein, tragen in der Regel zur Zuspitzung und Polarisierung bei“, wird die Geschäftsführerin der Grünen, Angela Stoitschew, vom Standard zitiert.
„Und die Ernennung der Kandidaten für eine Wahl ist meist Startschuss für einen Wahlkampf. Als Grüne haben wir daher beschlossen, dass es besser ist, nicht frühzeitig, kurz vor Weihnachten, in den Europawahlkampf zu starten“, fügte sie hinzu.