Parlament schwächt umstrittene Weinreform ab [DE]

Der Landwirtschaftsausschuss des Parlaments hat einen Bericht über die von der Kommission vorgeschlagene Revision des europäischen Weinsektors angenommen. Der Bericht schlägt Kompromisse für viele der umstrittenen Maßnahmen des Entwurfs vor, wie das Roden der Weinreben, die Ursprungsbezeichnung und die Kennzeichnung.

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Der Landwirtschaftsausschuss des Parlaments hat einen Bericht über die von der Kommission vorgeschlagene Revision des europäischen Weinsektors angenommen. Der Bericht schlägt Kompromisse für viele der umstrittenen Maßnahmen des Entwurfs vor, wie das Roden der Weinreben, die Ursprungsbezeichnung und die Kennzeichnung.

Der Kompromiss im Landwirtschaftsausschuss vom 21. November 2007 wird wohl auch eine Mehrheit erreichen, wenn am 11. und 12. Dezember in einer Plenarabstimmung über ihn abgestimmt wird. Im Anschluss an eine Marathonabstimmung über nicht weniger als 895 Änderungen erreichte der Bericht des Ausschusses eine Mehrheit von 31 Stimmen dafür, und nur 7 Stimmen dagegen.

Berichterstatter Giuseppe Castiglione von den Konservativen, der aus der Weinregion Messina auf Sizilien stammt, betonte die ‚überaus herausfordernde Aufgabe’, mit der er sich als Schlichter zwischen den einzelnen Positionen konfrontiert gesehen habe.

Bezogen auf die Rodung von Weinreben, eine der strittigsten Maßnahmen, die von der Kommissarin für Landwirtschaft, Mariann Fischer Boel, vorgeschlagen worden war, stimmten die Europaabgeordneten dafür, den Zeitraum, während dem die Weinbauern, die ihren Beruf aufgeben wollten, Subventionen erhalten können, von fünf auf drei Jahre zu kürzen. 

Der Ausschuss hat gegen das Vorhaben der Kommission gestimmt, die Befugnis der Genehmigung neuer Praktiken zur Weinherstellung von den Mitgliedstaaten auf die Kommission zu verlagern. Weiterhin hat er sich gegen die Pläne der Kommission gewendet, die Aufzuckerung von Weinen zu untersagen, was in einigen Ländern eine bewährte Praxis für Weine geringerer Qualität ist, während es in anderen Ländern bereits verboten ist.

Die Europaabgeordneten sprachen sich für eine Erhaltung von Beihilfen für die Destillierung ihrer Überproduktion in industriellen Alkohol aus. Somit beseitigten sie, was die Kommission als einen der effektivsten Anreize für die Herstellung qualitativ hochwertiger Weine erachtet. Sie stimmten weiterhin für eine Verpflichtung – aus ökologischen Gründen – Nebenprodukte, vornehmlich Trester, zu industriellem Alkohol zu destillieren.

Die Europaabgeordneten stimmten für eine strikte Regelung für die Kennzeichnung, gemäß derer Weine mit ‚geschützter Ursprungsbezeichnung’ und mit ‚geschützter geographischer Angabe’ in ihren vorgegebenen Herkunftsorten angebaut, verarbeitet, vorbereitet, veredelt und abgefüllt werden müssen.

Nach der Abstimmung zeigte sich die griechische Europaabgeordnete und Berichterstatterin der sozialdemokratischen Fraktion, Katerina Batzeli, ebenso erfreut wie der Berichterstatter selbst: Der Vorschlag, den das Parlament angenommen habe, bewege sich direkt auf bessere Qualität, sowie Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weine zu.