Pflanzenschädlinge: EU-Parlament befürwortet Einrichtung von EU-Notfallteam
Am Mittwoch (24. April) hat das EU-Parlament für eine Änderung der Pflanzenschutzverordnung gestimmt. Damit soll ein europäisches Notfallteam eingerichtet werden, das die Einschleppung von Pflanzenschädlingen verhindern und eindämmen soll.
Am Mittwoch (24. April) hat das EU-Parlament für eine Änderung der Pflanzenschutzverordnung gestimmt. Damit soll ein europäisches Notfallteam eingerichtet werden, das die Einschleppung von Pflanzenschädlingen verhindern und eindämmen soll.
Die Anpassung der Verordnung wurde mit einer überwältigenden Mehrheit (551 Stimmen dafür, 24 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen) angenommen und soll die EU-Pflanzenschutzvorschriften stärken.
„Wir müssen jetzt die Funktionsweise der Verordnung verbessern, um ein hohes Niveau des Pflanzenschutzes in der gesamten EU aufrechtzuerhalten“, erklärte die Europaabgeordnete der Sozialdemokraten und Berichterstatterin für das Dossier, Clara Aguilera (S&D), vor der Abstimmung.
Mit der Zunahme des globalen Handels und dem Klimawandel nimmt auch die Verbreitung von Pflanzenschädlingen zu.
Ein Beispiel dafür ist Xylella fastidiosa, ein Pflanzenbakterium, das über 650 Pflanzenarten befallen und wertvolle Gewächse wie Olivenbäume und Weinreben schädigen kann.
Xylella fastidiosa war einst in Nord- und Südamerika beheimatet, doch wurde es 2013 zum ersten Mal in der EU in Apulien, Süditalien, entdeckt.
Nach zehn Jahren verlangsamt sich die Ausbreitung des Bakteriums in Apulien. Das geht aus den neuesten Daten hervor, die das von der EU finanzierte Forschungsprojekt BeXyl auf der EFSA-Konferenz zu Xylella fastidiosa in Lyon veröffentlichte.
In diesen zehn Jahren hat der Erreger jedoch bereits mehr als 21 Millionen Olivenbäume in Apulien auf mehr als 8000 Quadratkilometern befallen. Dies entspricht 40 Prozent der Fläche der Region, berichteten italienische Medien.
Nach Schätzungen der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission könnte die vollständige Ausbreitung von Xylella fastidiosa die EU bis zu 5,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten.
In den letzten Jahren hat ein anderer eingeschleppter Krankheitserreger, Hymenoscyphus fraxineus, der das Eschensterben verursacht, die Eschen in Polen dezimiert.
Angesichts des Ausmaßes der wirtschaftlichen und ökologischen Schäden schlug die Kommission im letzten Jahr vor, die Vorschriften zu ändern. Damit soll die Prävention verbessert und auf Notfälle wirksam reagiert werden, wenn ein Schädling festgestellt wird.
Notfallteam
Die Europaabgeordneten fügten dem Kommissionsvorschlag die Idee eines EU-Notfallteams für Pflanzenschutz hinzu.
Das Notfallteam soll sich aus Experten verschiedener Fachrichtungen zusammensetzen, die von der EU-Kommission auf Vorschlag der Mitgliedstaaten ernannt werden. Damit soll die EU und ihre Nachbarstaaten bei der Suche nach Lösungen im Falle eines Ausbruchs von Schädlingen unterstützt werden.
Dies betrifft sogenannte „Quarantäneorganismen“, das heißt solche, die nicht in der EU vorkommen, aber auch solche, die bereits vorhanden sind und unter strenger Überwachung stehen („nicht quarantänepflichtige Organismen“).
„Wir halten dieses Team für sehr wichtig“, erklärte Aguilera vor den Abgeordneten. Sie wies darauf hin, dass es ein solches Team bereits für die Tiergesundheit gibt. „Alles, was die Pflanzengesundheit verbessert, ist gut für unsere zukünftige Lebensmittelversorgung“, fügte sie hinzu.
Darüber hinaus verpflichtet die Änderung die Staaten, die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen in einem Pflanzengesundheitszeugnis zu vermerken. Zudem müssen sie regelmäßige Risikobewertungen durchführen, um die Erkennung von Schädlingen im Laufe der Zeit zu verbessern.
Die Verordnung, die das Pflanzenschutzgesetz abändert, muss jetzt noch vom Rat angenommen werden.
[Bearbeitet von Angelo Di Mambro/Rajnish Singh/Kjeld Neubert]