Polen: deutsche Theorie zur Oderverschmutzung sei "Angriff auf Landwirte"

Polen hat die von einem deutschen Labor aufgestellte Theorie, wonach die Verschmutzung der Oder, bei der Tausende von Fischen starben, durch Pestizide im Wasser verursacht wurde, als Fake News abgetan.

EURACTIV.pl
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Seit über einer Woche untersuchen Wissenschaftler:innen aus Deutschland und Polen die Ursache für die Verschmutzung der Oder, die als Grenzfluss zwischen den beiden Ländern verläuft. [[Shutterstock/marketa1982]]

Polen hat die von einem deutschen Labor aufgestellte Theorie, wonach die Verschmutzung der Oder, bei der Tausende von Fischen starben, durch Pestizide im Wasser verursacht wurde, als Fake News abgetan.

Seit über einer Woche untersuchen Wissenschaftler:innen aus Deutschland und Polen die Ursache für die Verschmutzung der Oder, die als Grenzfluss zwischen den beiden Ländern verläuft.

Ein Labor in der Region Berlin-Brandenburg hat kürzlich bekannt gegeben, dass es hohe Konzentrationen von Pestiziden in den Wasserproben der Oder gefunden habe, wie Der Tagesspiegel berichtet.

Die polnische Regierung wies diese Theorie sofort zurück.

„Achtung: Eine weitere Falschnachricht wird in Deutschland verbreitet. Pestizide, Herbizide. Die Substanz wurde in Polen analysiert und ihre Konzentration lag unter der analytischen Bestimmungsgrenze, sodass sie keine Auswirkungen auf Fische und andere Arten hat“, twitterte Umwelt- und Klimaministerin Anna Moskwa und nannte die Theorie des deutschen Labors einen „unbegründeten Angriff auf die (polnische) Landwirtschaft.“

Die Verschmutzung der Oder, die am vergangenen Samstag die Aufmerksamkeit der polnischen Öffentlichkeit auf sich zog, hat zum Tod tausender Fische und anderer Wasserlebewesen geführt. Polnischen Behörden haben 100 Tonnen verendeter Tiere aus dem Fluss gezogen, während auf der deutschen Seite etwa 30 Tonnen geborgen wurden.

Während die ersten Theorien auf eine Verunreinigung mit Quecksilber als wahrscheinlichen Grund für die Verschmutzung hindeuteten, erklärten deutsche Forscher:innen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin am vergangenen Mittwoch, dass sie in Proben aus dem Fluss Prymnesium parvum, eine Art von Mikroorganismus, der als Goldalge bezeichnet wird, nachgewiesen haben.

Das polnische Institut für Binnenfischerei bestätigte die Ergebnisse der deutschen Untersuchung, teilte Anna Moskwa am folgenden Tag mit. Die Goldalgenblüte könne Giftstoffe freisetzen, die für Fische und Schalentiere tödlich, für den Menschen aber nicht schädlich seien, fügte sie hinzu.

Dennoch warnten die IGB-Forscher, dass das Algenwachstum, sollte sich ihre Theorie bestätigen, „kein natürliches Phänomen“ sei, sondern „definitiv ein vom Menschen verursachtes Problem“ und durch industrielle Einleitungen sowie trockene und heiße Wetterbedingungen verursacht werden könne.