Polnische Politiker bejubeln neuen tschechischen Präsidenten
Polnische Politiker:innen gratulierten General Petr Pavel, der Andrej Babis besiegte und neuer tschechischer Präsident wurde, obwohl nicht alle mit seiner Politik einverstanden sind.
Polnische Politiker:innen gratulierten dem neuen tschechischen Präsidenten, der Ex-General Petr Pavel, obwohl nicht alle mit seiner Politik einverstanden sind.
Wenige Tage vor der zweiten Runde der tschechischen Präsidentschaftswahlen schockierte der ehemalige Ministerpräsident Andrej Babis die tschechische und polnische Öffentlichkeit mit der Ankündigung, dass er im Falle eines Krieges mit Russland die Nichterfüllung von Artikel 5 der NATO durch sein Land anstreben würde.
Dies würde in der Praxis bedeuten, dass Tschechien Polen keine militärische Hilfe leisten würde.
Obwohl Babis bald einen Rückzieher machte, sorgten seine Worte in Polen für Aufsehen. Petr Pavel nutzte die Situation und versicherte den Pol:innen, dass sein Gegenkandidat nicht für die Tschechische Republik spreche, und kündigte an, sein Land werde sich an internationale Vereinbarungen halten.
Polnische Politiker:innen bejubelten daher den Sieg von Pavel in den sozialen Medien.
„Glückwunsch an Petr Pavel zu deinem Wahlsieg. Die polnisch-tschechische Partnerschaft ist der Garant für die Sicherheit in unserer Region. Gemeinsam können wir viel erreichen“, schrieb der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki auf Twitter.
„Heute sind die Präsidentschaftswahlen in unserem Nachbarland Tschechien zu Ende gegangen. General Petr Pavel wurde zum neuen Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt! Lieber Herr Präsident, herzliche Glückwünsche und Grüße aus Polen! Sie sind herzlich eingeladen, Warschau zu besuchen!“ so der polnische Präsident Andrzej Duda in einem Twitter-Post.
Petr Pavel, der proeuropäische demokratische Kreise vertritt, hat allerdings wenig mit der konservativen polnischen Regierung gemein.
Im Gegensatz zur polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit ist der Politiker ein Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Adoption von Kindern durch nicht heteronormative Paare, der Euthanasie und der Aufnahme der Tschechischen Republik in die Eurozone.
Was den gewählten tschechischen Präsidenten am meisten mit der polnischen Regierung eint, ist seine negative Haltung gegenüber Russland.
Es ist möglich, dass nach der Vereidigung von Pavel die Zusammenarbeit zwischen Polen und der Tschechischen Republik verstärkt und intensiviert wird, um der Ukraine militärische und logistische Hilfe zu leisten.