Präsident der Weltbank kündigt überraschend sein Amt

Der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, tritt überraschend zurück. Genauere Gründe bleiben ungenannt, dennoch möchte er sich in Zukunft weiter des Aufbaus von Entwicklungsländern widmen.

2017 annual meetings of the World Bank Group and International Monetary Fund
Jim Yong Kim, Chef der Weltbank, möchte seinen Posten zum 01. Februar abgeben. [©Shawn Thew]

Jim Yong Kim, der Chef der Weltbank, hat zu Anfang Februar die Beendigung seines Amtes angekündigt, ohne dazu weitere Gründe zu nennen. Er möchte sich stärker der Unterstützung von Entwicklungsländern  widmen.

Mehr als drei Jahre vor dem offiziellen Ende seiner zweiten Amtszeit hat Jim Yong Kim überraschend seinen Abtritt von der Spitze der Weltbank angekündigt. Er wolle sich künftig im Auftrag einer „Gesellschaft“ mit Investitionen in die Infrastruktur von Entwicklungsländern beschäftigen, teilte die Weltbank am Montag mit.

Es sei ihm eine „große Ehre“ gewesen, der „bedeutenden“ Institution zu dienen, die sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben habe, zitierte die Weltbank ihren scheidenden Präsidenten. „Die Arbeit der Weltbank ist die wichtigste überhaupt“, da die Erwartungen armer Länder und Probleme wie der Klimawandel, Epidemien, Hunger oder Flucht „in Umfang und Komplexität“ zunähmen.

Ein genauer Grund für die Rücktrittsankündigung des 59-Jährigen wurde nicht genannt. Auch für welche „Gesellschaft“ er künftig arbeiten will, blieb unklar.

Der in Südkorea geborene Kim hatte den Posten des Weltbank-Präsidenten im Jahr 2012 angetreten. Im September 2016 wurde er für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Offiziell sollte sein jetziges Mandat noch bis Mitte 2022 laufen. Übergangsweise soll die Geschäftsführerin der Weltbank, Kristalina Georgieva, den Präsidentenposten übernehmen.

Traditionell steht immer ein Bürger aus den USA an der Weltbank-Spitze, während der Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Europäer besetzt ist – derzeit mit der Französin Christine Lagarde. Nun könnte also US-Präsident Donald Trump einen Kandidaten als Nachfolger nominieren. Die ungeschriebene Regel für die Postenverteilung wird von aufstrebenden Staaten wie China, Russland, Indien oder Brasilien angesichts des wachsenden Gewichts der Schwellenländer aber zunehmend in Frage gestellt.