REACH: Ergebnisse von Blutproben erhöhen Druck auf Entscheidungsträger [DE]
Eine Untersuchung des WWF hat ergeben, dass sich Spuren gefährlicher Chemikalien im Blut von Kindern und Erwachsenen unterschiedlicher Altersgruppen befinden. Laut der Industrie übe die im Vorfeld entscheidender Abstimmungen über das neue EU-Chemikalienrecht veröffentlichte Studie "unfairen Druck" auf die Entscheidungsträger aus.
Eine Untersuchung des WWF hat ergeben, dass sich Spuren gefährlicher Chemikalien im Blut von Kindern und Erwachsenen unterschiedlicher Altersgruppen befinden. Laut der Industrie übe die im Vorfeld entscheidender Abstimmungen über das neue EU-Chemikalienrecht veröffentlichte Studie „unfairen Druck“ auf die Entscheidungsträger aus.
Die Naturschutzorganisation WWF hat am 6. Oktober die Ergebnisse einer jüngsten Untersuchung veröffentlicht, bei der insgesamt 73 gefährliche Chemikalien im Blut von Großmüttern, Müttern und Kindern von 13 Familien nachgewiesen wurden.
Die Untersuchung ‚GenerationsX‚ ist die letzte in einer ganzen Serie, die im Rahmen der Debatte über die Reform des EU-Chemikalienrechts (REACH) durchgeführt wurde. Die Befunde sind im Vorfeld einiger entscheidender Abstimmungen in Parlament und Ministerrat, die im November ihr endgültiges Urteil abgeben werden, veröffentlicht worden.
Die Meinungen von Toxikologen dazu, wie die Ergebnisse derartiger Biomonitoring-Studien auszulegen sind, gehen auseinander. Die Wissenschaftler räumen ein, nicht über ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse zu verfügen, um das tatsächliche Gesundheitsrisiko, das mit Chemikalienspuren im menschlichen Körper verbunden ist, bestimmen zu können.
Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF wurden höhere Mengen neuer Chemikalien, darunter bromierte Flammschutzhemmer, perfluorierte Chemikalien und künstliche Moschusverbindungen, im Blut der jüngeren Generation gefunden. Sie gelangen über Verbrauchsartikel wie Computer, Textilien, Kosmetika und elektronische Geräte in den menschlichen Körper.
Bei älteren Menschen hingegen wurden höhere Mengen älterer und verbotener Substanzen, u. a. des Schädlingsbekämpfungsmittels DDT und Polychlorierter Biphenyle, festgestellt.