Rücktrittswelle aus niederländischer Politik setzt sich fort
Die Reihe von Politikern, die von ihren Ämtern zurücktreten, setzte sich am Donnerstag fort, als Finanzministerin und Parteivorsitzende Sigrid Kaag (D66/Renew) ankündigte, aus Sorge um ihre eigene Sicherheit die Politik verlassen zu wollen.
Die Reihe von Politikern, die von ihren Ämtern zurücktreten, setzte sich am Donnerstag fort, als Finanzministerin und Parteivorsitzende Sigrid Kaag (D66/Renew) ankündigte, aus Sorge um ihre eigene Sicherheit die Politik verlassen zu wollen.
Die Welle von Rücktritten hatte begonnen, nachdem das niederländische Kabinett in der vergangenen Woche wegen Meinungsverschiedenheiten über die Regeln zum Familiennachzug zusammengebrochen war. Der nun nur noch geschäftsführende Premierminister Mark Rutte (VVD/Renew) war der bekannteste Politiker, der sein Amt niederlegte.
Nun gab auch Kaag ihren Rückzug aus der Politik bekannt.
„Meine Arbeit fordert einen Tribut von meiner Familie“, sagte sie in einem Interview mit De Trouw. „Ich bin auch in die Niederlande gekommen, um meinen Kindern eine Grundlage zu geben. Aber sie haben ein so verzerrtes und schlechtes Bild von ihrem eigenen Land bekommen.“
Kaag hatte für die Vereinten Nationen im Libanon gearbeitet, bevor sie 2017 das Amt der Finanzministerin übernahm.
Bereits im Mai hatten Kaags Töchter aufgrund zahlreicher Drohungen, die sie erhalten hatte, ihre Sorge um das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Mutter zum Ausdruck gebracht und sie in einer landesweit im Fernsehen ausgestrahlten Talkshow aufgefordert, ihr Amt als Finanzministerin aufzugeben.
Kaag war nicht die einzige Politikerin, die am Donnerstag ihren Rückzug aus der Politik ankündigte. Auch die unabhängige Abgeordnete Liane den Haan erklärte, dass sie nach den kommenden Wahlen nicht mehr in das niederländische Parlament zurückkehren werde.
„Wie meine Kolleginnen leide ich unter Hass, Beschimpfungen und Drohungen. Das betrifft mich, aber noch mehr meine Kinder und meine Mutter […]“, twitterte den Haan, die die Politik im Land als „hässlich“ bezeichnete.
Derweil will die bisherige Justizministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius (VVD/Renew) als Nachfolgerin Ruttes für das Amt der Ministerpräsidentin kandidieren.
Potenzielle Herausforderer von Yeşilgöz-Zegerius haben bis zum 13. August Zeit, ihre eigene Kandidatur einzureichen. Neuwahlen sollen am 22. November stattfinden.