Rumänien fordert Ausnahme bei EU-Regeln für Methanemissionen
Bukarest will die EU-Kommission um eine Überarbeitung der vorgeschlagenen Regeln zur Verringerung der Methanemissionen bitten. Rumänien habe im Vergleich zu anderen EU-Staaten mit deutlich höheren Kosten zu rechnen.
Bukarest will die EU-Kommission um eine Überarbeitung der vorgeschlagenen Regeln zur Verringerung der Methanemissionen bitten. Rumänien habe im Vergleich zu anderen EU-Staaten mit deutlich höheren Kosten zu rechnen.
Methan ist ein starkes Treibhausgas, das für etwa 30 Prozent der derzeitigen Erderwärmung verantwortlich ist. Methanemissionen entstehen, neben der Landwirtschaft, insbesondere im Energiebereich, etwa durch das Entweichen von Erdgas aus Leitungen.
Im Dezember 2022 erzielten die EU-Staaten eine Einigung über einen Vorschlag zur Verfolgung und Verringerung der Methanemissionen im Energiesektor.
Jetzt zeigt sich Rumänien jedoch unzufrieden mit dem Vorschlag.
„Wir werden dafür kämpfen, dass die endgültige Fassung der Verordnung die besonderen Umstände Rumäniens berücksichtigt“, kündigte Energieminister Sebastian Burduja auf einer Konferenz am Dienstag an. Der Vorschlag koste das Land über 1 Milliarde Euro, was sich sowohl auf die Industrie als auch auf die Verbraucher auswirke.
Rumänien ist der zweitgrößte Öl- und Gasproduzent in der EU und gehört zu den EU-Ländern mit den höchsten jährlichen Methanemissionen aus dem Energiesektor. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Studie hervor, die von der Internationalen Beobachtungsstelle für Methanemissionen des UNEP, der Universität Utrecht und dem Environmental Defense Fund koordiniert wurde.
Mit dem Vorschlag werden neue Anforderungen für den Öl-, Gas- und Kohlesektor eingeführt, um Methanemissionen auf höchstem Niveau zu messen, zu melden und zu überprüfen.
Die Betreiber müssen alle Bohrungen und Minen sorgfältig dokumentieren, ihre Emissionen zurückverfolgen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung von Methanemissionen in ihrem Betrieb ergreifen.
Laut Burduja muss Rumänien über 60.000 Bohrlöcher überwachen. Die Beibehaltung der Verordnung in ihrer jetzigen Form würde sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der rumänischen Wirtschaft auswirken und die Bürger belasten.