Rumäniens Solar-Boom könnte Stromnetz überlasten
Solarenergie boomt in Rumänien, doch der rapide Anstieg der Nutzung von Photovoltaikanlagen für den Eigenbedarf könnte die Kapazität des überalterten Stromnetzes vor Probleme stellen und zu Stromausfällen führen.
Solarenergie boomt in Rumänien, doch der rapide Anstieg der Nutzung von Photovoltaikanlagen für den Eigenbedarf könnte die Kapazität des überalterten Stromnetzes vor Probleme stellen und zu Stromausfällen führen.
Die Daten aus dem jüngsten Quartalsbericht der rumänischen Energieregulierungsbehörde (ANRE) zeigen, dass sich die Zahl der täglichen Neuanschlüsse im Juli 2023 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat. Das Energievolumen ist dadurch auf 1.063 MW angestiegen.
Noch vor zwei Jahren ging die ANRE davon aus, dass dieser Meilenstein bis 2030 nicht erreicht werden würde.
„Ich habe mich stets dafür eingesetzt, dass Prosumer die Energieeffizienz steigern. (…) Ich warne jedoch vor überdimensionierten Produktionsanlagen, die zu einer übermäßigen Monetarisierung von überschüssiger Energie führen“, sagte George Niculescu, der Präsident der ANRE, der damit die Notwendigkeit einer Kapazitätsschwelle für private Anlagen unterstrich.
Angesichts des raschen Ausbaus wird die installierte Gesamtkapazität im kommenden Jahr voraussichtlich 2.000 MW erreichen und damit frühere Prognosen weit übertreffen. Dies entspricht der Leistung eines Kernreaktors, wie HotNews.ro unter Berufung auf Experten berichtet.
Der Energieüberschuss könnte jedoch nach hinten losgehen, da das alte Stromnetz nicht mehr in der Lage wäre, die zusätzliche Energie zu absorbieren, was zu Stromausfällen führen könnte.
Niculescu verweist auf Fälle, in denen sich ein Verbraucher trotz eines technischen Bescheids für einen 5-kW-Anschluss aufgrund der Dachkapazität für eine 20-kW-Anlage entscheidet und damit ein Ungleichgewicht im Verteilungsnetz verursacht.
„Wir geraten in eine Situation, in welcher der zehnte Nachbar in der Straße nicht angeschlossen werden kann, und wenn er doch angeschlossen wird, haben wir Probleme mit der Niederspannungsverteilung“, so Niculescu weiter.
„Wir wollen diesen Prozess nicht entmutigen, aber wir wollen, dass es sich um eine Energieeffizienzmaßnahme handelt und nicht um die Monetarisierung einer Situation“, betonte der ANRE-Präsident.
Die Umweltfondsverwaltung bezuschusst derzeit die Installation von Photovoltaikanlagen durch Verbraucher. Die Finanzierung ist bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Lei (etwa 4.000 Euro) möglich.
Der Verband der Versorger aus der Strom- und Gasbranche (ACUE) plädiert ebenfalls für einen Schwellenwert für diese Kapazitäten als Prozentsatz des Bedarfs und die Einführung von Normen für Prosumer.