Rumänische Soldaten als Söldner im Kongo aktiv

Das rumänische Verteidigungsministerium hat nach internen Ermittlungen aufgedeckt, dass mehrere hundert Reservisten nach ihrer Versetzung in den Ruhestand als Söldner in der Demokratischen Republik Kongo anheuerten.

EURACTIV.ro
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Nach Angaben des Ministeriums waren insgesamt 466 ehemalige Soldaten, die aus Altersgründen, nach Rücktritt oder aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen in die Reserve versetzt wurden, in sicherheitsrelevanten Funktionen im Kongo aktiv. [EPA-EFE/ROBERT GHEMENT]

Das rumänische Verteidigungsministerium hat nach internen Ermittlungen aufgedeckt, dass mehrere hundert Reservisten nach ihrer Versetzung in den Ruhestand als Söldner in der Demokratischen Republik Kongo anheuerten.

Bucharest – Auch aktive Soldaten gerieten ins Visier der Untersuchung: Einige von ihnen sollen während eines offiziell genehmigten Elternurlaubs im Kongo unter dem Kommando des berüchtigten Söldners Horațiu Potra gekämpft haben. Potra war unter anderem als Sicherheitsberater des ehemaligen pro-russischen Präsidentschaftskandidaten Călin Georgescu tätig.

Nach Angaben des Ministeriums waren insgesamt 466 ehemalige Soldaten, die aus Altersgründen, nach Rücktritt oder aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen in die Reserve versetzt wurden, in sicherheitsrelevanten Funktionen im Kongo aktiv.

Darüber hinaus wurden sieben aktive Soldaten identifiziert, die zwischen 2023 und Anfang 2025 während ihres Elternurlaubes „unrechtmäßig“ ins Ausland reisten und dort tätig waren – ein klarer Verstoß gegen dienstrechtliche und gesetzliche Vorschriften.

Im Grenzgebiet zu Ruanda und Uganda brechen seit 2022 immer wieder Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und der bewaffneten Gruppe M23 aus.

Die Ermittlungen ergaben verschiedene Verstöße, unter anderem unerlaubte Ausreisen sowie die Ausübung von Tätigkeiten außerhalb des militärischen Dienstes. Drei der betroffenen Soldaten befinden sich weiterhin im Elternurlaub, vier sind bereits in ihre Einheiten zurückgekehrt.

Ein erster Fall wurde bereits an die Militärstaatsanwaltschaft übergeben, weitere rechtliche Schritte gegen die übrigen sechs Soldaten sollen folgen.

Parallel wurden disziplinarische und verwaltungsrechtliche Verfahren eingeleitet, deren Fortgang von den Entscheidungen der Strafverfolgungsbehörden abhängt.

Auch 24 Reservisten, die zuvor für private Sicherheitsfirmen im Kongo gearbeitet hatten, wurden in den Jahren 2023 und 2024 erneut in die Streitkräfte aufgenommen.

Das Ministerium betont jedoch, dass ihre Wiedereingliederung kein „signifikantes Risiko für die nationale Sicherheit“ darstelle, da sie niedrigere Dienstgrade bekleiden und nur begrenzten Zugang zu vertraulichen Informationen haben.

Dennoch wurden zusätzliche Überwachungs- und Prüfmaßnahmen für jeden einzelnen Fall eingeführt, wobei bei Bedarf weitere Schritte folgen sollen.

Verteidigungsminister Angel Tîlvăr erklärte, dass er eine „dringende Überprüfung der Umstände und Verantwortlichkeiten“ angeordnet habe, die diese Situationen ermöglichten, sowie die „Einführung strengerer Präventionsmaßnahmen für die Zukunft“.