Russland warnt vor "unkontrollierbarer Eskalation“
Nach einer Reihe von Gesprächen mit Washington hat der russische Verteidigungsminister am Sonntag (23. Oktober) mit seinen französischen und türkischen Amtskollegen über die „unkontrollierbare Eskalation“ der Situation in der Ukraine telefoniert.
In einer Reihe von Telefonaten mit westlichen Verteidigungsministern hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor einer „unkontrollierbaren Eskalation“ gewarnt und von einer „schmutzigen Bombe“ gesprochen.
„Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu und der französische Verteidigungsminister Sébastien Lecornu haben die Situation in der Ukraine besprochen, die eine stetige Tendenz zu einer weiteren unkontrollierten Eskalation aufweist“, teilte das Ministerium in Moskau mit.
Das französische Verteidigungsministerium bestätigte das Treffen ohne nähere Angaben.
Schoigu sprach auch mit dem britischen Verteidigungsminister Ben Wallace und brachte in den Gesprächen seine „Besorgnis über mögliche Provokationen der Ukraine durch den Einsatz einer ‚schmutzigen Bombe‘“ zum Ausdruck.
Das Telefonat fand statt, nachdem Schoigu und sein amerikanischer Amtskollege Lloyd Austin am Freitag und Sonntag innerhalb von drei Tagen zweimal miteinander telefoniert hatten – die ersten Telefonate seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar.
Im Gespräch mit Austin kam eine „schmutzige Bombe“ allerdings wohl nicht zur Sprache.
Sie erörterten die internationale Sicherheit und insbesondere die Lage in der Ukraine, teilte das russische Verteidigungsministerium am Freitag in einer Erklärung mit.
Analyst:innen nahmen Schoigus Aussagen weitestgehend als Drohung auf.
Für Russland spitzt sich die Situation in der besetzten Stadt Cherson immer weiter zu. Die prorussischen Behörden in Cherson rufen seit mehreren Tagen zur Evakuierung der Zivilbevölkerung auf, da die ukrainischen Streitkräfte immer näher an die Stadt heranrücken.
Die ukrainischen Vorstöße sind Teil einer umfassenderen Gegenoffensive, die von Moskau verurteilt wird, das eine „beträchtliche Zunahme“ des ukrainischen Feuers auf mehrere russische Grenzregionen beobachtet hat.
Unterdessen reagierte der ukrainische Präsident Wolodymr Zelenskyj auf die russischen Behauptungen.
„Wenn Russland anruft und sagt, die Ukraine bereite angeblich etwas vor, bedeutet das nur eines: Russland hat das alles bereits vorbereitet. Ich glaube, dass die Welt jetzt so scharf wie möglich reagieren sollte“, sagte Zelenskyj.