Russland verletzt schwedischen Luftraum während NATO-Besuch

Ein russisches Militärflugzeug verletzte am Freitagabend den schwedischen Luftraum, am selben Tag, an dem vier NATO-Kriegsschiffe im Stockholmer Hafen anlegten.

EURACTIV.com
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Am Freitagabend (29. April) ist ein russisches Militärflugzeug vom Typ AN-30 mit Propellerantrieb in den schwedischen Luftraum südlich von Blekinge in Südschweden eingedrungen. [Shutterstock/Fasttailwind]

Ein russisches Militärflugzeug verletzte am Freitagabend den schwedischen Luftraum, am selben Tag, an dem vier NATO-Kriegsschiffe im Stockholmer Hafen anlegten.

Am Freitagabend (29. April) ist ein russisches Militärflugzeug vom Typ AN-30 mit Propellerantrieb in den schwedischen Luftraum südlich von Blekinge in Südschweden eingedrungen.

Der Vorfall war nur von kurzer Dauer, danach verließ das Flugzeug das Gebiet. Schwedische Kampfjets verfolgten den Vorfall und fotografierten das Flugzeug.

Verteidigungsminister Peter Hulqvist bezeichnete die Verletzung als „völlig inakzeptabel, unprofessionell und eindeutig unangemessen im Hinblick auf den aktuellen Sicherheitskontext“ und fügte hinzu, dass die schwedische Souveränität „immer respektiert werden wird.“

Dies ist nicht das erste Mal, dass russische Flugzeuge in den schwedischen Luftraum eingedrungen sind, seit Russland in die Ukraine einmarschiert ist. Anfang März drangen vier russische Kampfjets in den schwedischen Luftraum östlich von Gotland ein.

„Es gibt heute keine direkte Bedrohung Schwedens durch einen bewaffneten Angriff, aber wir können nicht ausschließen, dass es dazu kommt“, sagte der Chef der Luftwaffe, Carl-Johan Edström, dem nationalen Fernsehsender SVT.

„In Schweden und Finnland gibt es derzeit einen Prozess, in dem die Möglichkeit eines NATO-Antrags diskutiert wird. Es besteht also das Risiko, dass Russland seine Aktivitäten verstärkt“, fügte er hinzu.

Die Verletzung des schwedischen Luftraums ereignete sich an genau dem Tag, an dem vier NATO-Schiffe den Hafen von Stockholm anliefen, um „mit schwedischen Partnern zu üben und die Interoperabilität zu verbessern“, hieß es in einem NATO-Kommuniqué.

Die Schiffe der Standing NATO Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG1) und der Standing NATO Maritime Group One (SNMG1) nahmen an einem Training zur U-Boot-Bekämpfung mit ihren schwedischen Partnern teil.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist die Debatte über einen möglichen NATO-Beitritt in Schweden weiter vorangeschritten, wobei die Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft sowohl unter den Politiker:innen als auch in der Bevölkerung an Schwung gewonnen hat.

Laut einer am Freitag veröffentlichten Novus-Umfrage liegt die Zustimmung zur NATO-Mitgliedschaft nun bei historisch hohen 54 Prozent, 3 Prozentpunkte mehr als letzte Woche.

Die Wähler:innen der Sozialdemokraten sind diejenigen, deren Meinung sich am stärksten zugunsten einer schwedischen NATO-Mitgliedschaft entwickelt hat. Sie legten innerhalb einer Woche um 9 Prozent zu und erreichen nun einen Höchststand von 45 PRozent.

Die regierende sozialdemokratische Partei, die seit jeher an der neutralen und bündnisfreien Haltung Schwedens festgehalten hatte, wird ihre offizielle Haltung zur NATO in den kommenden Wochen bestimmen, möglicherweise schon am 12. Mai.

Es wird erwartet, dass das benachbarte Finnland etwa zur gleichen Zeit seinen eigenen NATO-Beitritt bekannt geben wird.