S-300-Raketenabwehr für die Ukraine: Athen kommt unter Druck
Die griechische Regierung befindet sich in einer diplomatischen Sackgasse, da Washington Athen dazu drängt, Flugabwehrraketensysteme des Typs S-300 aus Russland an die Ukraine zu schicken, sich aber nicht dazu äußert, ob diese durch Patriots aus den USA ersetzt werden.
Die griechische Regierung befindet sich in einer diplomatischen Sackgasse. Washington will, dass Athen Flugabwehrraketensysteme des Typs S-300 an die Ukraine schickt. Ein Ersatz ist allerdings noch nicht gesichert.
Die Nachrichten-Website News247 berichtet, dass Washington Athen unter Druck setzt, die S-300 an die Ukraine zu schicken, aber nicht bereit zu sein scheint, sie durch eigene Patriots zu ersetzen.
Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos ließ Berichten zufolge die Möglichkeit offen, die S-300 an die Ukraine zu schicken, sofern die USA zunächst Patriot-Raketen auf der Insel Kreta stationieren und sie in das nationale Luftverteidigungssystem integrieren.
Er wies auch darauf hin, dass dasselbe Verfahren für jedes andere russische Luftabwehrsystem gelte, das die USA in die Ukraine schicken möchten.
Angesichts der wachsenden Feindseligkeit der Türkei möchte Griechenland sicherstellen, dass seine Verteidigungskapazitäten nicht beeinträchtigt werden.
Am 19. Dezember verletzten 31 türkische Flugzeuge, von denen 20 Waffen trugen, den griechischen Luftraum über der Ägäis, ohne einen Flugplan einzureichen.
Das Portal HellasJournal fragte kürzlich die US-Regierung, ob Washington die S-300 durch Patriots ersetzen würde.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Edward Price, antwortete und spielte den Ball zurück an Griechenland.
„Jedes Land sollte für sich selbst entscheiden, was es der Ukraine zur Verfügung stellen kann. Und wir wissen es sehr zu schätzen, dass die internationale Gemeinschaft, einschließlich Griechenlands, ihre Unterstützung auf so vielfältige Weise gezeigt hat“, sagte Price.
„Wir beziehen uns immer auf die (relevanten) Länder, wenn es um Beiträge geht, die sie zur Selbstverteidigung der Ukraine leisten oder leisten könnten“, fügte der ehemalige Geheimdienstler hinzu.
Scharfe Warnung Russlands
Unterdessen hat Russland Athen vor der Lieferung von S-300 an die Ukraine gewarnt.
„Wir betrachten die provokativen Absichten, das Regime in Kyiv mit S-300 und anderen russischen/sowjetischen Luftabwehrsystemen zu beliefern, als offen russlandfeindlich“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Marija Sacharowa.
Sacharowa fügte hinzu, man dürfe keinen Zweifel daran haben, dass alle nach Kyjiw geschickten militärischen Ausrüstungen „umgehend von den Streitkräften der Russischen Föderation aufgespürt und zerstört werden.“
„Bevor es zu spät ist, kann Griechenland die gefährlichen Pläne aufgeben. Wir warnen die griechische Führung noch einmal vor ihrer Verantwortung“, fügte sie hinzu.
Zuvor hatte der ständige Vertreter Russlands auf der Krim, Georgi Muratow, erklärt, dass ein solcher Schritt „ein gefährlicher Schritt gegen die nationalen Interessen Russlands“ wäre.
Nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine sind die griechisch-russischen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt.
Moskau verweist immer wieder auf Umfragen, wonach die überwiegende Mehrheit der Griech:innen (63 Prozent) die Lieferung von Waffen an die Ukraine ablehnt, da dies Griechenland „in gefährliche Situationen“ bringe.
Laut einer Umfrage vom März sind 32 Prozent der Meinung, dass humanitäre Hilfe und Kriegsmaterial geschickt werden sollten, während nur 1 Prozent sagt, dass „nur Kriegsmaterial“ geschickt werden sollte.