Schwedens frühere Vizepremier: EU muss handeln, um Leben im Meer zu retten
Die ehemalige Vizepremierministerin Schwedens und derzeitige Ko-Vorsitzende des Bündnisses Friends of Ocean Action, Isabella Lövin, hat die EU aufgefordert, von der politischen Rhetorik zum Handeln überzugehen, um das Leben in den Ozeanen zu retten.
Die ehemalige Vizepremierministerin Schwedens und derzeitige Ko-Vorsitzende des Bündnisses Friends of Ocean Action, Isabella Lövin, hat die EU aufgefordert, von der politischen Rhetorik zum Handeln überzugehen, um das Leben in den Ozeanen zu retten.
Lövin äußerte sich in einem Gastbeitrag für EURACTIVs Partnermedium EFE Verde anlässlich der Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere, die von Montag, den 15. bis 26. September in New York stattfinden sollen.
Sie wies darauf hin, dass die Hohe See – die zwei Drittel der Weltmeere abdeckt – außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit eines Landes liege und der künftige „Vertrag über die Hohe See“ dementsprechend darauf abziele, den Schutz und die Verwaltung der biologischen Vielfalt in diesen Gebieten zu verbessern.
Zwar fände sie es ermutigend, dass Politiker:innen und Verwaltungsbeamte Nachhaltigkeit und Naturschutz zu Schlüsselelementen des globalen Handelns erklärten, aber „bis heute wurde die ehrgeizige politische Rhetorik bei den Vereinten Nationen nicht in konkrete Maßnahmen umgesetzt.“
So erinnerte Lövin daran, dass der Hochseevertrag eine Erweiterung des Rahmens darstellt, der durch das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) geschaffen wurde, das vor fast 30 Jahren in Kraft trat.
Das Abkommen visiert die Einrichtung von Naturschutzgebieten an, in denen die Meeresflora und -fauna ungestört von industriellen Aktivitäten des Menschen gedeihen kann, sowie die radikale Verschärfung der Überwachung und Verwaltung von menschlichen Aktivitäten außerhalb von Schutzgebieten.
„Aber der Zeitplan für die Verhandlungen wurde durch die weltweite Pandemie beeinträchtigt und dem Ozean läuft die Zeit davon“, betont sie.
Die schwedische Politikerin und Aktivistin ist daher der Ansicht, dass die EU in der Praxis hinter ihren erklärten Zielen für die Ausarbeitung eines Vertrags zurückbleibe, „der helfen sollte, das Ziel zu erreichen, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane zu schützen.“
Um einen effektiven Schutz zu gewährleisten, müsse das künftige Abkommen mit „Zähnen“ ausgestattet werden, damit in künftigen Meeresschutzgebieten Maßnahmen ergriffen werden können, „anstatt sich auf die bestehenden dysfunktionalen Meeresmanagement-Organisationen – wie regionale Fischereiorganisationen – zu verlassen, die die derzeitige Krise der Ozeane noch verschlimmert haben.“
Lövin plädiert auch dafür, dass das neue Hochseeschutzabkommen alle menschlichen Aktivitäten, die mehr als eine „geringfügige oder vorübergehende Auswirkung“ irgendwo in internationalen Gewässern verursachen, bewerten und diese Aufgabe einem unabhängigen wissenschaftlichen Gremium anvertrauen sollte.