Slowakei: Ressentiments gegen Ukraine-Flüchtlinge weit verbreitet

Ressentiments gegenüber ukrainischen Flüchtlingen sind in der Slowakei laut dem aktuellen Eurobarometer im EU-Vergleich am weitesten verbreitet. 44 Prozent der Befragten glauben, dass die Ukrainer das Land zu einem schlechteren Ort machen.

EURACTIV.sk
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"Die Slowakei gehört definitiv nicht zu den Ländern, die besonders offen für Vielfalt sind", sagte der Soziologe Michal Vašečka, Direktor des Bratislava Policy Institute (BPI), über die Umfrage. [Shutterstock/Yanosh Nemesh]

Ressentiments gegenüber ukrainischen Flüchtlingen sind in der Slowakei laut dem aktuellen Eurobarometer im EU-Vergleich am weitesten verbreitet. 44 Prozent der Befragten glauben, dass die Ukrainer das Land zu einem schlechteren Ort machen.

„Die Slowakei gehört definitiv nicht zu den Ländern, die besonders offen für Vielfalt sind“, sagte der Soziologe Michal Vašečka, Direktor des Bratislava Policy Institute (BPI), über die Umfrage.

„Diese Zahlen sind umso überraschender, als die Ukrainer im Vergleich zu den anderen genannten Gruppen ebenfalls recht schlecht abschneiden“, fügte er hinzu.

Es sei  unklar, ob die Ressentiments aus den direkten Erfahrungen der Slowaken mit den Ukrainern resultieren oder ob sie von den Bildern der „ukrainischen Mafia, eines korrupten Staates“ herrühren, die in den letzten 30 Jahren in die Wahrnehmung der Ukraine eingeflossen sind.

„Das ist die Art und Weise, wie ein Teil der politischen Elite auch heute noch über sie denkt“, so der Soziologe. Ein solches Narrativ sei erfolgreicher, als man erwarten würde.

Die Umfrage zeigt auch, dass 56,6 Prozent der Befragten glauben, dass ukrainische Flüchtlinge die slowakische Wirtschaft schwächen. Dies widerspricht der jüngsten Arbeitsmarktanalyse des Instituts für Finanzpolitik, laut der die Ukrainer den Arbeitskräftemangel in Sektoren mit geringem Personalbestand wie dem Gesundheitswesen und dem Gastgewerbe ausgleichen.

„Ausländische Arbeitskräfte in der Slowakei, insbesondere solche aus der Ukraine, haben im letzten Jahr erheblich zum Beschäftigungswachstum beigetragen“, heißt es in der Analyse weiter.

Die Umfrage offenbart auch ein tieferes Problem, das die Slowaken mit Ausländern haben, denn 42 Prozent der Befragten gaben an, dass Ausländer die slowakische Kultur stören.

Während die Slowaken Einwanderer aus Afrika und dem Nahen Osten am stärksten ablehnen, scheinen sie auch Einwanderer aus Russland denen aus der Ukraine vorzuziehen: Nur 38 Prozent der Befragten sagten, dass die Russen das Land schlechter machen.