Slowakei will Munitionsproduktion verfünffachen
Die Slowakei führt neue Maßnahmen durch, mit denen die Produktion von Artilleriemunition zur Unterstützung der Ukraine "verfünffacht" wird, so der geschäftsführende Verteidigungsminister Jaroslav Naď.
Die Slowakei führt neue Maßnahmen durch, mit denen die Produktion von Artilleriemunition zur Unterstützung der Ukraine „verfünffacht“ wird, so der geschäftsführende Verteidigungsminister Jaroslav Naď.
Naď versprach der Ukraine bei einem Besuch in Kyjiw zusammen mit dem amtierenden Premierminister Eduard Heger am Freitag mehr Hilfe. Die Slowakei ist einer der wenigen EU-Mitgliedstaaten, in denen Artilleriegranaten hergestellt werden.
Bis zu Putins Angriffskrieg produzierte die Slowakei beziehungsweise das halbstaatliche Unternehmen ZVS Holding etwa 25.000 Schuss Munition pro Jahr. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen aus Dubnica nad Váhom diese Zahl jedoch auf 50.000 verdoppelt. Das Verteidigungsministerium plant eine Erhöhung der Produktion für Anfang 2024.
„Die Kapazitätserhöhung wird in zwei Phasen erfolgen, die erste ab dem 1. Januar 2024 und die zweite ab dem 1. Januar 2025. Diese Erhöhung ist an die Liefertermine der für die Herstellung von Munition benötigten Produktionsanlagen gebunden“, bestätigte Sprecherin Martina Kovaľ Kakaščíková letzte Woche.
In der Praxis bedeutet dies, dass diese Aufstockung keine Auswirkungen auf die Gegenoffensive im ukrainischen Frühjahr haben wird, die derzeit läuft. Auch die Kämpfe, die in den kommenden Monaten stattfinden könnten, werden davon nicht betroffen sein.
Die Aufstockung der Produktionskapazitäten der ZVS Holding ist Teil der EU-weiten Initiative zur Herstellung von mehr Munition, auf die sich die EU-Verteidigungsminister Anfang März geeinigt hatten. Nach Angaben des slowakischen Ministeriums soll die EU auch die Finanzierung übernehmen.
„Der Europäische Verteidigungsfonds, die Europäische Investitionsbank und die Suche nach Mitteln direkt aus dem EU-Haushalt werden in Betracht gezogen. Die slowakische Regierung erörtert mit der Kommission, wie diese Option für unsere Industrie genutzt werden kann“, so das Verteidigungsministerium.
Die EU-Kommission hat fünfzehn europäische Unternehmen identifiziert, mit denen sie über eine solche Unterstützung verhandeln will. Auf der Liste steht auch die halbstaatliche slowakische ZVS Holding, die heute rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.
Der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton besuchte vergangene Woche das Unternehmen in Dubnica, wo er sich über die lokalen Kapazitäten informierte. „Ich war persönlich sehr beeindruckt“, sagte er.