Slowenien fordert Kroatien zur Verstärkung der Schengen-Grenzkontrollen auf
Slowenien erhöht den Druck auf Kroatien, die Kontrolle an der EU-Außengrenze zu verbessern, da die Besorgnis der Grenzbewohner über den fast dreifachen Anstieg der Migrationsströme wächst.
Slowenien fordert Kroatien auf, die Kontrolle an der EU-Außengrenze zu verstärken. Die Migrationszahlen hätten sich zuletzt verdreifacht, erklärte Innenminister Boštjan Poklukar,nach einem Telefonat mit seinem kroatischen Amtskollegen Davor Božinović.
Am Wochenende besuchte Poklukar das Grenzgebiet in der Gemeinde Brežice, wo er die Beschwerden der Einheimischen über die hohe Anzahl von Migranten hörte, die ihnen Sorgen berteiten.
Slowenien hat die Grenzkontrollen in dem Gebiet bereits verstärkt und zusätzliche Polizeistreifen, einen Hubschrauber und technische Überwachung eingesetzt. Poklukar schlug Kroatien vor, dasselbe zu tun und Sloweniens Unterstützung für den Grenzschutz noch weiter zu verstärken.
Božinović und Poklukar teilten die Ansicht, dass neben besseren Grenzkontrollen „eine kontinuierliche und enge Zusammenarbeit der jeweiligen Polizeikräfte im Kampf gegen den Menschenhandel auf der Westbalkanroute wichtig ist“, so das slowenische Innenministerium.
Sie waren sich auch einig, dass die EU „mehr tun sollte, um illegale Migration in den Herkunftsländern zu verhindern und die Zusammenarbeit mit den Partnerländern zu verstärken“.
Bis Ende Juli registrierte die slowenische Polizei fast 26.900 illegale Einreisen. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den 10.100 im gleichenVorjahreszeitraum.
Afghanische Einwanderer machen 20 Prozent der illegalen Migranten aus, gefolgt von Marokkanern, Pakistanis, Bangladeschern und Russen. Über 70 Prozent aller bis Ende Juli aufgedeckten unerlaubten Einreisen erfolgten auf dem Zuständigkeitsgebiet der Polizeidienststelle Novo Mesto im Südosten Sloweniens.
Die slowenische Regierung steht auch unter zunehmendem Druck der rechten Opposition, die den erneuten Einsatz der Armee an der Grenze fordert und die Regierung für ihre „lockere Migrationspolitik“ kritisiert.
Die slowenischen Behörden haben bisher von der Wiedereinführung von Polizeikontrollen an der Grenze zu Kroatien abgesehen.
( Bearbeitet von Sebastijan R. Maček | sta.si)