Ungarn blockiert Solaranlagen: Industrie geschockt
Die Ankündigung der Regierung, den Neuanschluss künftiger Solarenergieanlagen an das Netz zu suspendieren, stehe im Widerspruch zu den Interessen der Branche, der Bevölkerung und des Landes.
Die Ankündigung der Regierung, den Neuanschluss künftiger Solarenergieanlagen an das Netz zu suspendieren, stehe im Widerspruch zu den Interessen der Branche, der Bevölkerung und des Landes, so die Industrie.
Gergely Gulyás, der Minister im Dienste des Premierministers, kündigte bei der Regierungsbesprechung am Donnerstag an, dass der Strom, der von geplanten, aber noch nicht lizenzierten Solaranlagen erzeugt wird, auf unbestimmte Zeit nicht vom Stromnetz akzeptiert wird, berichtete EURACTIVs Medienpartner Telex.
Ungarn verhandelt mit der Europäischen Kommission über seinen Antrag auf Zugang zu den 9,6 Milliarden Euro, die im Rahmen des EU-Konjunkturprogramms COVID-19 (RRF) bereitgestellt werden, zusätzlich zu den 7,2 Milliarden Euro an Zuschüssen, die aus demselben Topf erwartet werden.
Laut Gulyás würde das Darlehen des RFF für grüne Energie verwendet werden, aber im Moment gibt es mehr Nachfrage, als das Netz aufnehmen kann, sodass die Regeln in Zukunft geändert werden müssen.
Die Regierung plant, neue Anschlüsse an das Stromnetz auszusetzen, was bedeutet, dass diejenigen, die ein Solarpanel installieren, nur die Energie, die sie erzeugen, für ihren eigenen Haushalt nutzen können.
Der MNNSZ erklärte in einer am Samstag (15. Oktober) veröffentlichten Erklärung, die ungarische Solarindustrie sei schockiert über Gulyás’ Ankündigung.
Sie sagten, dass die Abschaffung der Möglichkeit der Rückspeisung in das Stromnetz Solarinvestitionen für Haushalte sinnlos macht.
Außerdem kritisierten sie die Regierung für eine Ankündigung, die im Widerspruch zu den früheren Bemühungen der Exekutive steht, den Einsatz von Solarsystemen zu fördern. Der MNNSZ sagte, dass ein Batteriespeichersystem höchstens die überschüssige Energie, die tagsüber erzeugt wird, speichern könne und erhebliche Kosten verursache.
Der MNNSZ ist der Ansicht, dass die Regierung mit diesem Schritt der Entwicklung entgegenwirkt, anstatt die Verbreitung von Photovoltaikanlagen zu fördern. Damit trägt sie nicht dazu bei, die erheblichen Stromimporte Ungarns zu reduzieren.