Spionageverdächtige stehen in Albanien erstmals vor Gericht

Die erste Anhörung eines ukrainischen und zweier russischer Staatsbürger, die wegen Spionage angeklagt sind, fand am Mittwoch in Elbasan (Zentralalbanien) statt.

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Die Verdächtigen sollen versucht haben, in eine ehemalige Waffenfabrik einzudringen, und einen Angriff auf militärische Wachleute verübt haben. [Shutterstock/rawf8]

Die erste Anhörung eines ukrainischen und zweier russischer Staatsbürger, die wegen Spionage angeklagt sind, fand am Mittwoch in Elbasan (Zentralalbanien) statt.

Die Verdächtigen sollen versucht haben, in eine ehemalige Waffenfabrik einzudringen, und einen Angriff auf militärische Wachleute verübt haben.

Die beiden Russ:innen Svetlana Timofoeva und Mikhail Zorin sowie der Ukrainer Fyodor Mihailovic erschienen in Handschellen, um sich den gegen sie erhobenen Vorwürfen zu stellen.

Zorin wird verdächtigt, sich mit einer Schnur Zutritt zu der Einrichtung verschafft und dann ein Nervenspray auf das Wachpersonal gesprüht zu haben, wodurch dieses bei dem Angriff am Samstagabend vorübergehend erblindete.

Die beiden anderen Verdächtigen wurden außerhalb der Anlage in Gramsh festgenommen. Alle drei Personen streiten die Spionagevorwürfe ab und behaupten, sie seien lediglich Blogger, die sich für aufgegebene militärische Anlagen interessierten.

Dies wird jedoch in Anbetracht des Einsatzes von Nervenspray gegen Wachpersonal infrage gestellt.

„Von ihrer Vernehmung bis zum jetzigen Stand der Ermittlungen gibt es eine vernünftige Datenbasis, die den beweisgestützten Verdacht begründet, dass sie in einem Auftrag nach Albanien gekommen sind und vom russischen Geheimdienst mit bestimmten Aufgaben rekrutiert wurden“, heißt es im Antrag der Staatsanwaltschaft.

Während der Anhörung wurde eine weitere Anklage hinzugefügt: der Besitz von Munition. Am Ende der Sitzung wurden die drei in Untersuchungshaft genommen.

Alle drei streiten die Vorwürfe ab, wobei der Anwalt des ukrainischen Angeklagten erklärte, sein Mandant habe nichts mit russischen Diensten zu tun.

Die Familienangehörigen der Beschuldigten erklärten gegenüber den lokalen Medien, ihre Verwandten seien nur einfache Fotograf:innen und Forscher:innen und das Ganze sei ein „katastrophales Missverständnis.“

Bei dem Trio wurden unter anderem ein Chevrolet, zwei Drohnen, eine beträchtliche Menge Bargeld, ein Nachtsichtgerät, ein Laptop, eine SIM-Karte, eine externe Festplatte, mehrere Patronen und Patronenhülsen, Ausweispapiere, Campingausrüstung und sechs Mobiltelefone sichergestellt.

Der Vorfall wurde von der Opposition heftig kritisiert, die der Regierung Versäumnisse im Bereich der nationalen Sicherheit vorwarf. Premierminister Edi Rama hat derartige Behauptungen vehement zurückgewiesen und erklärt, dass alle Institutionen so arbeiteten, wie sie sollten, und dass die Ermittlungen im Gange seien.

Verteidigungsminister Niko Peleshi sagte, der Vorfall könnte ein Ablenkungsmanöver gewesen sein, um die Aufmerksamkeit von einer anderen Angelegenheit abzulenken.

Vertreter der russischen und der ukrainischen Botschaft waren im Gerichtssaal nicht anwesend. Die ukrainische Konsulin Svitlana Bogdanova sagte, sie sei nicht in den Gerichtssaal gelassen worden. Sie glaube aber an die Unschuld des ukrainischen Staatsbürgers.

„Ich glaube, dass unser Bürger unschuldig ist, er war nur ein Reisender. Ich bin hier, um zu sehen, ob ihm die richtigen Bedingungen für seinen Schutz geboten wurden“, sagte Bogdanova.