Spöri und Pratt: Integration statt Auflösung

Markiert der morgige EU-Gipfel einen Wendepunkt in der Debatte um die wirtschaftliche Zukunft Europas? Der Vorsitzende der Europäischen Bewegung Irland, Maurice Pratt, und der Präsident der Europäischen Bewegung Deutschland, Dieter Spöri, warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor einer Erosion der Fundamente der europäischen Kooperation und Integration. EURACTIV.de dokumentiert den Text auf Deutsch und Englisch.

Einen Tag vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs zur Euro-Krise hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn die Regierungen in Berlin und Paris vor „Überheblichkeit und Arroganz“. Maurice Pratt und Dieter Spöri fordern substanzielle Entscheidu
Einen Tag vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs zur Euro-Krise hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn die Regierungen in Berlin und Paris vor "Überheblichkeit und Arroganz". Maurice Pratt und Dieter Spöri fordern substanzielle Entscheidu

Markiert der morgige EU-Gipfel einen Wendepunkt in der Debatte um die wirtschaftliche Zukunft Europas? Der Vorsitzende der Europäischen Bewegung Irland, Maurice Pratt, und der Präsident der Europäischen Bewegung Deutschland, Dieter Spöri, warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor einer Erosion der Fundamente der europäischen Kooperation und Integration. EURACTIV.de dokumentiert den Text auf Deutsch und Englisch.

Der EU-Gipfel markiert einen Wendepunkt in der Debatte um die wirtschaftliche Zukunft Europas. Die Zeit ist nun gekommen, dass wir uns zwischen einer verstärkten Integration und einer möglichen Auflösung der EU-Wirtschaftspolitik entscheiden. Interne ökonomische Konflikte haben die EU 2010 schwer verwundet. Die Verwundungen werden sich ausweiten, wenn die EU es nicht schafft, drastische und weitreichende Reformen umzusetzen.

Als Vertreter eines zivilgesellschaftlichen Netzwerks, der Europäischen Bewegung Irland und der Europäischen Bewegung Deutschland halten wir es geboten, vor einer Erosion der Fundamente der europäischen Kooperation und Integration zu warnen.

Das Scheitern des Euro wäre nicht nur fatal für die europäische wirtschaftliche Entwicklung. Es würde einen Bedeutungsverlusst Europas auf der politischen Weltbühne bedeuten, mit negativen Auswirkungen auf entscheidende Politikfelder, die im Interesse der europäischen Staaten und seiner Bürgerinnen und Bürger stehen: Währungs- und Handelspolitik, Energiepolitik und Umweltpolitik.

Ein Fehlen einer substanziellem Aktion würde in dieser Phase ein halbes Jahrhundert Frieden, Wohlstand und Fortschritt gefährden. Substanzielle Entscheidungen müssen nun auf dem bevorstehenden EU-Gipfel zur Zukunft der wirtschaftlichen Integration Europas getroffen werden. Ein weiteres Zögern in der Umsetzung würde den Anfang vom Ende der politischen Union einläuten und im besten Falle in eine bloße Freihandelszone führen.

" /Maurice Pratt
Vorsitzender, Europäische Bewegung Irland

" /Dieter Spöri, Minister a.D.
Präsident, Europäische Bewegung Deutschland

___________________

JOINT STATEMENT

Integration rather than Disintegration

This summit will be a watershed in the debate on Europe’s economic future; the time has now come to choose between increased integration or eventual disintegration of EU economic policy.   The internal economic conflicts that divided the EU in 2010 created profound cracks in the foundation of the Union; cracks that will only grow larger if the EU proves itself incapable of dramatic and far-reaching reform.

As representatives of a civil society network, European Movement Ireland and European Movement Germany consider it imperative to warn against any erosion in the bedrock of European cooperation and integration. Failure of the euro currency would not only be fatal for European economic development, but would result in a diminished role for Europe on the international political stage, including areas of crucial interest to European countries and individual citizens such as monetary and trade policy, energy policy and environmental policy.  A lack of substantial action at this time places half a century of peace, prosperity and progress on the continent in jeopardy.  Substantial decisions must be taken at the forthcoming summit regarding the future of Europe’s economic integration.  Further delays to set this plan in motion would be the beginning of the end of this political union and would lead, at best, to a mere free trade area.

Signed,

Maurice Pratt
Chairman, European Movement Ireland

Dieter Spöri
President, European Movement Germany

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de:

EU-Vertragsänderung: Berlin zuversichtlich (14. Dezember 2010)

Treier: "Kriselnde Euroländer nicht vor die Tür setzen" (13. September 2010)

Eurokrise – Zwei neue Sätze für den EU-Vertrag (13. Dezember 2010)

Berlins Kompromiss: Neue Defizitberechnung für Osteuropäer? (9. Dezember 2010)

Juncker: "Deutschland denkt da ein bisschen simpel" (8. Dezember 2010)

Giegold (Grüne): "Euro-Bonds gehören zur echten Wirtschaftsunion" (8. Dezember 2010)

Juncker drängt auf europäische Anleihe (6. Dezember 2010)

Juncker: "Explosives Geschwätz" von Euro-Krise (6. Dezember 2010)

Belke: "Steuerzahler retten irische Zockerbanken" (29. November 2010)

Eurozone: "Gefahr des chaotischen Zerfalls" (29. November 2010)

Schäffler (FDP): "Umschuldung in Griechenland würde Euro-Raum stabilisieren" (26. November 2010)

Waigel zur Euro-Rettung: "Das ist wie in einer Familie" (9. September 2010)

Euro-Rettungsschirm – "Karlsruhe in der Verantwortung". Rettungsschirm-Kläger Kerber im Interview (3. September 2010)