Starlink-Alternativen: EU sucht nach Lösungen für die Ukraine

Die EU sollte den Zugang zu Weltraumdiensten „auf Anfrage der ukrainischen Streitkräfte“ finanzieren, heißt es im Entwurf des Weißbuchs der EU-Kommission über die Zukunft der europäischen Verteidigung.

EURACTIV.com
View of Starlink terminal used to transmit information from
Während Starlink in der Ukraine etwa 40.000 Terminals betreibt, hat Eutelsat derzeit etwa 2.000 in dem vom Krieg zerrütteten Land im Einsatz. [Getty Images - Pacific Press / Contributor]

Die EU sollte den Zugang zu Weltraumdiensten „auf Anfrage der ukrainischen Streitkräfte“ finanzieren, heißt es im Entwurf des Weißbuchs der EU-Kommission über die Zukunft der europäischen Verteidigung.

Brüssel – Nationale Regierungen und Institutionen der EU haben sich an vier europäische Unternehmen für Satellitenkommunikation gewandt, um Alternativen zu Starlink in der Ukraine zu erkunden. Derzeit gibt es Befürchtungen, dass der Eigentümer von Starlink, Elon Musk, seinen Dienst einstellen könnte, auf den sich die ukrainische Armee bei der militärischen Kommunikation und dem Einsatz von Angriffsdrohnen an der Front verlässt.

Im Entwurf des Weißbuchs der Kommission zur Verteidigung, der Euractiv vorliegt, heißt es, dass die EU den Zugang zu Weltraumdiensten finanzieren sollte, „die von kommerziellen Anbietern mit Sitz in der EU bereitgestellt werden können“.

Eutelsat, das französische Unternehmen, ist derzeit der einzige europäische Anbieter mit einer Satellitenkonstellation in einer erdnahen Umlaufbahn, die eine ähnliche Konnektivität wie Starlink bietet.

Sein System ermöglicht den Empfang von Kommunikationssignalen auf kleinen, leicht zu verbergenden Geräten und gewährleistet aufgrund der niedrigen Umlaufbahn seiner Satelliten eine minimale Signalverzögerung – zwei Eigenschaften, die für den militärischen Einsatz unerlässlich sind.

Anfang März erklärte der Eutelsat-Geschäftsführer, dass das Unternehmen Starlink in der Ukraine innerhalb von „ein paar Monaten“ ersetzen könnte. Allerdings sieht sich das Unternehmen bei der Produktionssteigerung mit Engpässen in der Fertigung konfrontiert.

Während Starlink in der Ukraine etwa 40.000 Terminals betreibt, hat Eutelsat derzeit etwa 2.000 in dem vom Krieg zerrütteten Land im Einsatz, 4.000 weitere seien einsatzbereit. Außerdem hat das Unternehmen 10.000 zusätzliche Terminals zur Kapazitätserweiterung bestellt.

Doch nicht alle 40.000 Starlink-Terminals werden vom ukrainischen Militär genutzt. Einige ermöglichen der Bevölkerung, trotz intensiver russischer Angriffe auf die Telekommunikationsinfrastruktur, einen Internetzugang.

Diese Verbindungen könnten durch alternative Anbieter ersetzt werden, die Satellitenkonstellationen im geostationären Orbit (GEO) für die Kommunikation nutzen. GEO-Satelliten erfordern zwar viel größere Antennen auf der Empfängerseite und weisen im Vergleich zu Systemen im erdnahen Orbit eine höhere Latenz auf, können aber dennoch die zivile Kommunikation abdecken.

Das spanische Unternehmen Hispasat und das in Luxemburg ansässige Unternehmen SES betreiben beide GEO-Satelliten, die diese Dienste bereitstellen können.

Weiter heißt es im Kommissionsentwurf, dass die Ukraine teilweise in das EU-Raumfahrtprogramm eingebunden werden soll.

Zudem sollte die EU auch mit der Ukraine beim Schutz von Weltraumressourcen vor Cyberangriffen zusammenarbeiten.

Dem Krieg, den Russland in der Ukraine führt, ging ein Cyberangriff auf amerikanische Viasat-Satelliten voraus, zu deren Kunden die Ukraine gehörte – eine Stunde bevor russische Soldaten in ukrainisches Gebiet einmarschierten.

[OM/KN]