Studie: EU-Energieforschung fehlt Kohärenz [DE]

Es müsse eine engere Abstimmung zwischen den Bereichen Forschung, Klimawandel und Wirtschaftsziele geben, so die Kommission im Vorfeld eines EU-Gipfels, bei dem die Entscheidung darüber fallen wird, ob die Forschungsmittel für nichtnukleare Energien verdoppelt werden. 

Es müsse eine engere Abstimmung zwischen den Bereichen Forschung, Klimawandel und Wirtschaftsziele geben, so die Kommission im Vorfeld eines EU-Gipfels, bei dem die Entscheidung darüber fallen wird, ob die Forschungsmittel für nichtnukleare Energien verdoppelt werden. 

Der Bericht „The state and prospects of European energy research“, der am 30. Januar 2007 von der Kommission vorgelegt wurde, vergleicht das Forschungsprofil der europäischen Gemeinschaft und der EU-Mitgliedstaaten mit den Profilen der großen Wettbewerber USA und Japan. 

Paradoxerweise investiert Europa insgesamt (Kommission und Mitgliedstaaten) mehr in Forschung zu nichtnuklearer Energie als die USA und Japan, jedoch sind die Initiativen oftmals zersplittert und nicht ausreichend abgestimmt und die Ergebnisse daher weniger ergiebig.

Es sei sinnvoll, breite Forschungsziele anzusetzen und die Technologie nicht ausschließlich auf der Grundlage von frühen positiven Anzeichen einzusetzen, so Cordis, der Nachrichtenservice der Kommission für Forschung und Entwicklung.

Diese Stärke könne jedoch später eine Schwäche werden, weil sich zeige, dass zentralisierte Systeme flexibler seien, so die Studie. Die USA und Japan könnten einfacher ihre Programme aufstocken und in anderen Bereichen, die weniger zukunftsträchtig erschienen (wie Erd- und Meeresenergie in Japan), Kürzungen durchführen.

In den USA werden die Forschungsmittel im Bereich Bioenergie in eine begrenzte Anzahl Projekte investiert, wie zum Beispiel integrierte Bioraffinerien, und die Mittel sind beinah so hoch wie der gesamte EU-Haushalt. Die Erfolgsaussichten dieser Projekte seien größer als die der europäischen Projekte, deren Auswahl eher „zufällig“ erscheine, so die Studie.

Bereiche in denen umfangreiche Investitionen notwendig seien (wie CO2-Abscheidung und –Speicherung), würden von einem gebündelten Ansatz profitieren, so die Autoren der Studie.

Die EU hat für den Zeitraum 2007-2013 innerhalb des siebten Forschungsrahmenprogramms 2,35 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung im Energiebereich vorgemerkt. Im Vergleich werden 9,05 Mrd. Euro im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien investiert und 6,1 Mrd. im Bereich Gesundheit. 

Die Kommission ist sich den Herausforderungen bewusst und fordert einen zentralisierteren Ansatz. Im Energiepaket, das am 10. Januar 2007 vorgelegt wurde, wird eine nicht spezifizierte Erhöhung der Forschungsausgaben gefordert und die Vorlegung eines strategischen Plans für europäische Energietechnologien im Jahre 2008.

Die Staats- und Regierungschefs der EU, die über die Vergabe der Mittel entscheiden, werden bei einem Gipfel am 8. und 9. März 2007 darüber entscheiden, ob sie die nationale Souveränität in diesen Bereichen an die EU abtreten wollen.