Studie: Monsantos RoundUp schadet der Leber

Wie schädlich ist Monsantos Unkraut-Killer RoundUp wirklich? Dieser Frage widmete sich eine aktuelle Studie von Scientific Reports – mit besorgniserregenden Ergebnissen. EURACTIV Brüssel berichtet.

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Nachdem ihnen zwei Jahre lang extrem niedrige Dosen RoundUp verabreicht wurden, entwickelten die Versuchsratten eine Fettleber. [<a href="https://www.flickr.com/photos/liftarn/15505768328/in/photolist-pCc7Hf-6oxAcT-KTBVz-4VYnTv-2uCioi-eokVBT-582v8u-pUpo2p-8gzL6B-582vYh-4rnE2a-5RqWx3-d8c6dN-dPUTRj-57XeH8-24VPiz-bKbeJe-qPbPY-4skNMt-6BhLRZ-kgvUh-oXN1tb-4spRfC-wCi8M-oXQXKi-5BFv6i-oXN24Q-kgvUv-Fetp7-oXMSeL-GSgHs-pCccWS-6S6oHC-9D5GbV-6PmwFS-bKbeMx-qwisBA-eQcJUG-6ykifz-2iVyga-7xoGJx-57XfD6-8FP5Lb-fG6dTb-4skNmz-pCdaqM-oXQYDn-4skPjK-8FP6S7-534FXY" target="_blank" rel="noopener">[Staffan Vilcans/Flickr]</a>]

Wie schädlich ist Monsantos Unkraut-Killer RoundUp wirklich? Dieser Frage widmete sich eine aktuelle Studie von Scientific Reports – mit besorgniserregenden Ergebnissen. EURACTIV Brüssel berichtet.

Monsatos Kassenschlager RoundUp verursacht bei weiblichen Ratten selbst in niedrigen Dosen nach langfristigem Konsum Leberleiden, so das Ergebnis einer am 9. Januar veröffentlichten Studie von Scientific Reports. Die Reaktion des agrochemischen Konzerns kam prompt: Die Untersuchungen gingen von „fehlerhaften Daten“ aus dem Jahr 2012 aus.

Das Pflanzenschutzmittel RoundUp enthält den umstrittenen Inhaltsstoff Glyphosat, der als beliebtester Unkrautvernichter weltweit gilt. Die Nutzung von Glyphosat hat vor allem in der EU eine hitzige Diskussionen ausgelöst. Viele fürchten, die Substanz könne krebserregend sein.

Ende Juni entschied die EU-Kommission, die Zulassung von Glyphosat um 18 Monate zu verlängern, bis die Europäische Agentur für chemische Stoffe (ECHA) die Substanz evaluiert hat. Ihre Bewertung wird wahrscheinlich im Juni oder September dieses Jahres vorliegen.

Lebererkrankungen

Die neue Studie zeigt, dass RoundUp über längere Zeit hin auch bei niedriger Dosierung Lebererkrankungen bei Ratten verursacht. Ihre Untersuchungen konzentrierten sich auf das Pflanzenschutzmittel als Ganzes – nicht auf den Bestandteil Glyphosat allein. „Die Toxizität des landwirtschaftlichen Unkrautbekämpfungsmittels lässt sich nicht auf einzelne Komponenten zurückführen“, so das Ergebnis. „Um diese Frage näher zu beleuchten, sind weitere Studien zur Glyphosat-Anwendung erforderlich.“

Weibliche Ratten erhielten bei den Untersuchungen über zwei Jahre hinweg extrem niedrige Dosen RoundUp. Sie erkrankten schließlich an einer nicht-alkoholischen Fettleber. Die verabreichten Dosierungen lagen unterhalb der Mengen, denen Menschen im Allgemeinen tagtäglich in ihrer Umgebung ausgesetzt sind und waren 75.000-mal niedriger als die von der EU zugelassen Werte.

Die Forscher der Studie machten deutlich, dass es ihnen erstmals gelungen sei, eine kausale Verbindung zwischen ernsthaften Lebererkrankungen und dem Konsum von RoundUp in realitätsnaher Dosis herzustellen. Die Ergebnisse seien besorgniserregend, betont Dr. Michael Antoniou, Autor der Studie. Er fordert EU-Gesetzgeber dazu auf, die Sicherheitseinschätzung glyphosatbasierter Pflanzenschutzmittel zu überdenken. In der allgemeinen Bevölkerung leidet laut Antoniou etwa jeder Fünfte an einer Fettleber und die große Mehrheit an Typ-2-Diabetes.

„Schlechte Wissenschaft“

Monsanto reagierte bestürzt auf die Ergebnisse der Studie. Die aus dem Jahr 2012 genutzten Daten seien „fehlerhaft“, so das Unternehmen. „Sie sind von der breiten Wissenschaftsgemeinschaft abgelehnt worden, weil der Forschungsansatz falsch war“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Darüber hinaus seien die Daten von unglaubwürdigen Forschern erhoben worden, darunter Robin Mesnage und Gilles-Eric Seralini. Die beiden hätten in der Vergangenheit mit ihrer „schlechten Wissenschaft“ immer wieder versucht, Monsanto-Produkte für Gesundheitsprobleme verantwortlich zu machen. „Ähnliche ältere Studien dieser Forscher hat die internationale Gemeinschaft bereits als pseudowissenschaftlich und unethisch eingeordnet“, verteidigt sich der Agrarriese.