Telekommunikationsfirmen fordern mehr Anreize für Investitionen
Die EU-Politik im Bereich der Telekommunikation, die derzeit vor allem Markteinsteigern zugute kommt, müsse neu ausgerichtet werden, um zu gewährleisten, dass sich Investitionen in Telekommunikationsnetze auch lohnen, so die Betreiber großer Telekommunikationsfirmen.
Die EU-Politik im Bereich der Telekommunikation, die derzeit vor
allem Markteinsteigern zugute kommt, müsse neu
ausgerichtet werden, um zu gewährleisten, dass sich Investitionen
in Telekommunikationsnetze auch lohnen, so die Betreiber
großer Telekommunikationsfirmen.
Wichtige Telekommunikationskonzerne fordern die Kommission auf,
ihrer Regulierungspolitik eine neue Richtung zu geben. Anstatt
Markteinsteiger zu unterstützen, sollte sie Betreiber für
Investitionen in neue Netze belohnen.
Bei einem Presse-Briefing am 24. Februar hat ETNO erklärt, dass
das Ziel der EU, den Marktanteil etablierter Betreiber zu
verringern „ganz einfach nicht zukunftsfähig“ sei, da es keine
Anreize für Investitionen in neue Netze böte.
„Bis zu einem gewissen Grad muss man das durchmachen“, so
ETNO-Direktor Michael Bartholomew, aber nur „für eine begrenzte
Anzahl Jahre“.
Die Sorge bestehe vor allem darin, Netze mit Markeinsteigern
teilen zu müssen, die nicht in Infrastruktur investiert hätten,
erläuterte Bartholomew. „Jetzt, da die Märkte zunehmen offen sind,
müssen sich die Gesetzgeber auf Gebiete konzentrieren, auf denen
kein Wettbewerb erwartet wird und langfristige Investitionen und
Risikobereitschaft unterstützen“.
Die Vorschriften sollten stattdessen „an die Realitäten des
Markts angepasst“ werden und „vom [EU-] Wettbewerbsrecht
angetrieben“ werden.
Darüber hinaus sei ein anderer Rahmen nötig, um „inhaltliche
Fragen berücksichtigen“ zu können. Der Zugang zu Inhalten über
Breiband oder 3G sei eine „unerlässliche Voraussetzung“, soll die
EU von dem„enormen unausgeschöpften Potential“ konvergierender
Telekommunikation und Internettechnologien profitieren
können.
Bartholomew vertrat ebenfalls die Ansicht, dass an den
Managementsystemen für digitale Rechte (DRMs), die das
Herunterladen von Musik und Filmen vom Internet ermöglichen, noch
besser mehr Koordinierungsarbeit geleistet werden müsse. EU-weite
Normen für DRMs seien „derzeit nicht möglich“. Letztendlich sollten
Empfehlungen hierzu „von der Industrie selber“ kommen und nicht von
den Gesetzgebern. ETHNO wird am 3. März eine „ernste Diskussion“
mit den Hauptanbietern von Webinhalten führen, um noch offene
Fragen zu klären.