Terror-Bekämpfung: Sensibles Datenleck bei Europol

Etwa 700 Seiten mit vertraulichen Informationen von Europol wurden versehentlich im Internet veröffentlicht. Das Material soll Daten über Terrorgruppen, einschließlich Namen und Kontaktdaten enhalten.

Euractiv.de
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Die europäische Polizeibehörde Europol soll ein sogenanntes Operational Steering Board einrichten. [Foto: (c) dpa]

Etwa 700 Seiten mit vertraulichen Informationen von Europol wurden versehentlich im Internet veröffentlicht. Das Material soll Daten über Terrorgruppen einschließlich Namen und Kontaktdaten enhalten.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat eingeräumt, dass vertrauliche Informationen zu Terrorermittlungen versehentlich ins Internet geraten sind. Europol-Sprecher Gerald Hesztera sagte, eine erfahrene Europol-Mitarbeiterin der niederländischen Polizei habe sensibles Material von Europol auf einen privaten Datenträger geladen – ein „klarer Bruch“ der Europol-Bestimmungen.

Die etwa 700 Seiten vertraulicher Daten landeten schließlich beim niederländischen Fernsehprogramm Zembla, das den Vorgang öffentlich machte. Das Material enthielt demnach Analysen von Terrorgruppen, einschließlich Namen und Kontaktdaten von Hunderten Menschen mit Terrorverbindungen. Hesztera zufolge besagen bisherige Informationen, dass die Daten „nicht in böswilliger Absicht“ ins Internet gestellt worden seien.

Eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen Stellen soll nun zur weiteren Aufklärung des Vorfalls beitragen. Das Material sei etwa zehn Jahre alt, und es gebe keinen Hinweis, dass laufende Ermittlungen von den durchgesickerten Informationen betroffen seien, teilte Europol mit. Von dem Datenleck betroffene Europol-Mitgliedstaaten seien umgehend informiert worden.