The Capitals: "Im Krieg", in Isolierung, psychisch gesund
Heute mit weiteren Updates zum Coronavirus, u.a. die Empfehlungen des irischen Gesundheitsamts zur psychischen Gesundheit während der Isolierung und der von Emmanuel Macron wahrgenommene "Krieg".
The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute mit weiteren Updates zum Coronavirus, u.a. die Empfehlungen des irischen Gesundheitsamts zur psychischen Gesundheit während der Isolierung und der von Emmanuel Macron wahrgenommene „Krieg“.
Einen Überblick über unsere bisherige Coronavirus-Berichterstattung finden Sie hier.
Außerdem erhalten Sie auf der Sonderseite von EURACTIV.de immer aktuelle Updates über die Lage in Deutschland, Europa und der Welt.
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DUBLIN
Psychische Gesundheit: Die irische Gesundheitsbehörde hat Leitlinien für die Vorsorge zur psychischen Gesundheit herausgegeben. Um einige der potenziell negativen Auswirkungen der Coronavirus-Isolierung abzuschwächen, empfiehlt die Health Service Executive (HSE) regelmäßige Bewegung und ein ausgewogenes Schlafverhalten sowie die Beibehaltung einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und das Üben von Entspannungstechniken.
Unterdessen teilte Irlands Chief Medical Officer Dr. Tony Holohan am Montag mit, die nächsten sieben Tage dürften sich als entscheidend für die Bemühungen des Landes erweisen, die Ausbreitung der Viruserkrankungen einzudämmen. Stand Montagabend gab es auf der irischen Insel 221 Fälle von COVID-19 sowie zwei Todesfälle.
(Samuel Stolton, EURACTIV.com)
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BELFAST
Alte haben Priorität: Die deutsche Supermarktkette Lidl hat beschlossen, älteren KundInnen in allen Geschäften in Nordirland Vorrang einzuräumen. So sollen es jüngere Menschen vermeiden, morgens einzukaufen: „Ab dem 17. März werden wir vormittags von 9 bis 11 Uhr jeden Tag vorrangige Warteschlangen sowie zusätzliche Unterstützung für unsere älteren Kunden anbieten,“ teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. Weiter heißt es dort: „Wir bitten die Öffentlichkeit, diese Zeitspanne zu respektieren, um es den schwächeren Kunden zu ermöglichen, die von ihnen benötigten Lebensmittel und Vorräte zu besorgen.“
(Sarantis Michalopoulos, EURACTIV.com)
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LONDON
Doch keine Herdenimmunität: Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Montag eine dramatische Kehrtwende vollzogen und nun auch im Vereinigten Königreich einen „Lockdown“ ausgerufen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Damit lässt er seinen umstrittenen Ansatz der „Herdenimmunität“ fallen und folgt nun doch dem Beispiel Kontinentaleuropas.
>> Mehr dazu (auf Englisch): Johnson puts UK in lockdown in Coronavirus U-turn
(Benjamin Fox, EURACTIV.com)
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BERLIN
Verschärfte Maßnahmen: Die Bundesregierung hat sich gestern mit allen 16 Bundesländern auf Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus geeinigt. Diese wurden am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt. Demnach werden alle Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken, Tankstellen und Banken geschlossen bleiben. Auch der Tourismus ins bzw. im Land soll weitgehend eingestellt werden. Gottesdienste, Spielplätze sowie öffentliche und private Sporteinrichtungen werden ebenfalls geschlossen. Restaurants dürfen nur noch von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends betrieben werden.
„Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Land noch nicht gegeben hat,“ räumte Merkel während einer Pressekonferenz ein. Diese seien aber „im Augenblick notwendig“, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.
>> Mehr dazu: „Corona hat das Potential, noch lange in die deutsche Präsidentschaft hineinzuwirken“
(Sarah Lawton, EURACTIV.de)
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WIEN
Über 1.000 Fälle: Bis Montagabend ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Österreich auf 1.016 angestiegen. Außerdem trat gestern das am Sonntag vom Parlament verabschiedete Anti-Coronavirus-Gesetz in Kraft: Die meisten öffentlichen Räume wie Museen, Parks, Restaurants und Läden (mit Ausnahmen wie Lebensmittelgeschäften) sind geschlossen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen ihre Wohnung verlassen, sollen aber nur die Gesellschaft von Personen suchen, mit denen sie auch sonst zusammenleben. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum kommenden Sonntag (22. März); eine Verlängerung ist aber nicht ausgeschlossen.
(Philipp Grüll, EURACTIV.de)
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PARIS
Frankreich „im Krieg“: Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte in seiner gestrigen Ansprach zum Thema Coronavirus ganze sechs Mal: „Wir befinden uns im Krieg“. Es brauche nun eine Mobilisierung von Seiten der Regierung und der gesamten Nation. Macron kündigte ein neues Versammlungsverbot ab Dienstagmittag sowie die Einstellung der laufenden Reformbemühungen an. Laut Berichten von Les Echos wird demnach auch die umstrittene Reform der Arbeitslosenversicherung (EURACTIV berichtete) verschoben.
„Ich weiß: Was ich von Ihnen verlange, ist beispiellos, aber die Umstände verlangen es,“ sagte Macron in seiner TV-Ansprache gestern Mittag. „Wir haben es nicht mit einer feindlichen Armee oder einer anderen Nation zu tun. Aber der Feind ist gleich hier: er ist unsichtbar, er ist nicht fassbar, und er schreitet immer weiter voran.“
In Frankreich sind bisher 148 Menschen an COVID-19 gestorben; mehr als 6.600 sind infiziert.
>> Mehr dazu: Europa will Corona-Krise gemeinsam meistern
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MADRID
Viertgrößter Herd: Nachdem Spanien zum viertgrößten Coronavirus-Hotspot der Welt geworden ist, kündigte das Land am Montag um Mitternacht die Schließung seiner Landesgrenzen an. Innenminister Fernando Grande Marlaska erklärte, die Grenzen würden nur für spanische BürgerInnen, Personen mit festem Wohnsitz im Land sowie Grenzpendler geöffnet, bis der Notstand vorbei sei. EURACTIVs Medienpartner EFE berichtet über die Lage in Spanien.
>> Mehr dazu: Spanien hat nun die viertmeisten Infektionsfälle weltweit
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ROM
Rom prescht voran: Die italienische Regierung hat am Montag ein 25 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket mit Maßnahmen vorgestellt, die von Finanzhilfen für Unternehmen bis hin zur Aussetzung der Steuerzahlungen für Familien reichen. Bei der Vorstellung des Plans legte Ministerpräsident Giuseppe Conte nahe, dass andere EU-Länder dem italienischen Modell folgen sollten; nicht nur aus gesundheitspolitischer Sicht, sondern auch, weil das am härtesten getroffene Land Europas nun eine wirtschaftliche Strategie zur Bewältigung der Notlage präsentiert.
Laut Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri wird das Dekret Cura Italia, das Italien also buchstäblich „heilen“ soll, weitere Folgeinvestitionen in Höhe von 350 Milliarden Euro anstoßen.
Um dem Ärztemangel zu begegnen, führte die Regierung mit dem Dekret außerdem eine Verkürzung für den Zugang zu medizinischen Berufen ein: Personen, die gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen haben, können nun Ärzte werden, ohne das eigentlich notwendige Staatsexamen ablegen zu müssen.
Stand Dienstagmorgen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in Italien auf 2.158 gestiegen, während die Gesamtzahl der bestätigten Infizierungen nun 27.980 beträgt. 2.749 vormals erkrankte Personen sind inzwischen wieder gesund.
(Gerardo Fortuna, EURACTIV.com)
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ATHEN
Kirchen geschlossen: Die griechische Regierung hat verfügt, dass alle Aktivitäten der öffentlichen, gemeinschaftlichen Religionsausübung jeglicher Religion und Konfession auszusetzen sind. Die Gotteshäuser bleiben nur noch für das individuelle Gebet geöffnet. „Der Schutz der öffentlichen Gesundheit erfordert klare Entscheidungen,“ sagte Premierminister Kyriakos Mitsotakis.
>> Mehr dazu: Beten reicht beim Coronavirus nicht aus
(Sarantis Michalopoulos, EURACTIV.com)
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WARSCHAU
Finden die Wahlen statt?: Aus Sicht der polnischen Regierung sollten die für den 10. Mai terminierten Präsidentschaftswahlen wie geplant durchgeführt werden. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten, Władysław Kosiniak-Kamysz, forderte hingegen eine Verschiebung der Wahlen auf den Herbst. Sein Konkurrent Szymon Hołownia hat seinen Wahlkampf ausgesetzt und sich verpflichtet, größere Veranstaltungen erst wieder durchzuführen, wenn die Lage im Land „wieder normal ist“. Ebenso wie Hołownia hatte auch der Amtsinhaber Andrzej Duda erklärt, aktuell keine Wahlkampfveranstaltungen abhalten zu wollen (EURACTIV berichtete).
(Łukasz Gadzała, EURACTIV.pl)
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BRATISLAVA
Regierungswechsel: Die neue Regierung der Slowakei (EURACTIV berichtete) wird am kommenden Samstag offiziell die Ämter übernehmen. Der scheidende Ministerpräsident Peter Pellegrini von der sozialdemokratischen Smer-SD versprach, die Übergabe der Macht an seinen Nachfolger Igor Matovič (OĽaNO) werde „höflich und würdevoll“ ablaufen.
Die Vereidigung des neuen Parlaments am Freitag steht indes im Zeichen der Coronavirus-Krise: Die neuen Abgeordneten werden den Eid mit bedecktem Gesicht ablegen und den üblichen Handschlag mit dem Parlamentspräsidenten auslassen.
(Zuzana Gabrižová, EURACTIV.sk)
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SOFIA
Staat soll Schulden begleichen: Die bulgarischen Arbeitgeberverbände haben gefordert, der Staat müsse unverzüglich alle ausstehenden Schulden bei den Unternehmen begleichen, damit diese während der Krise über frisches Geld verfügen können. Die Forderung wurde von der Bulgarischen Vereinigung für Industriekapital und der Bulgarischen Handelskammer während eines Treffens mit Präsident Rumen Radew am Montag erhoben.
Gestern wurden offiziell 62 COVID-19 Fälle in Bulgarien bestätigt. Das Parlament hatte bereits am vergangenen Freitag den Notstand bis zum 13. April ausgerufen.
(Krassen Nikolow, EURACTIV.bg)
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BUDAPEST
Grenzen zu: Ungarn hat um Mitternacht seine Grenzen geschlossen. „Natürlich werden wir keine Familien auseinanderreißen,“ beschwichtigte Tibor Lakatos, der Leiter der Coronavirus-Task Force der Regierung. Er stellte klar, dass Eltern und/oder EhepartnerInnen ungarischer StaatsbürgerInnen mit einer Aufenthaltsgenehmigung oder einem festen Wohnsitz weiterhin in das Land einreisen dürfen.
(Vlagyiszlav Makszimov, EURACTIV.com)
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ZAGREB
Online-Unterricht: Gestern fand der erste Online-Schultag in Kroatien statt. Offenbar gab es indes auch einen Cyberangriff auf das kroatische Wissenschafts- und Forschungsnetzwerk. Das Land habe sich „inmitten der Epidemie“ jedoch bereit für den Beginn von Internet-Unterricht gezeigt, so die zuständige Ministerin Blaženka Divjak. Sie kündigte an, dass die Abschlussprüfungen nach aktuellem Stand der Dinge nicht verschoben werden: „Die Schule funktioniert auch unter diesen schwierigen und außergewöhnlichen Umständen. Sie ist eine virtuelle Schule, aber sie funktioniert.“
(Tea Trubić Macan, EURACTIV.hr)
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BELGRAD
Parlamentswahlen verschoben: Die staatliche Wahlkommission Serbiens hat am Montag die eigentlich für den 26. April geplanten Parlamentswahlen auf unbestimmte Zeit verschoben. Aktuell gibt es im Land 57 infizierte Personen.
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[Bearbeitet von Sarantis Michalopoulos, Daniel Eck, Sam Morgan und Tim Steins]