Tschechen: Regierung tut nicht genug, um Desinformation zu bekämpfen
Etwa 63 Prozent der Tschechen sind der Meinung, dass die Bemühungen der Regierung zur Bekämpfung von Verschwörungstheorien und Desinformation unzureichend sind, so eine neue Umfrage der Median-Agentur.
Laut der Umfrage halten junge Menschen den Kampf des Regierungskabinetts gegen Desinformation für unzureichend. „In größerem Maße wird dieser Raum von Menschen unter 29 Jahren eingenommen – in 75 Prozent der Fälle. Menschen mit Sekundarschulbildung und Abitur in 70 Prozent der Fälle“, sagte Median-Direktor Přemysl Čech dem Tschechischen Rundfunk.
Auf der anderen Seite halten 18 Prozent der Öffentlichkeit den Kampf gegen Desinformation für ausreichend. Die restlichen 19 Prozent der Befragten sagten, sie könnten dies nicht beurteilen.
Die gegenteilige Meinung wird häufiger von Menschen mit Grundschulbildung oder Wählern der oppositionellen Partei Freiheit und direkte Demokratie (ID) vertreten.
Nach Angaben des Rundfunks werden Desinformationen und Verschwörungstheorien von Menschen, die kein Vertrauen mehr in Institutionen, Behörden, den Staat oder das System im Allgemeinen haben, leichter übernommen.
Etwa 6 Prozent der Öffentlichkeit nehmen Desinformationen unkritisch hin.
Dennoch gibt es in Tschechien kein strategisches Konzept zur Bekämpfung von Desinformation. Die Position des tschechischen Beauftragten für den Kampf gegen Desinformation wurde im Februar 2024 abgeschafft, was vom tschechischen Verlegerverband kritisiert wurde.
Nach der neuen Methodik des Ministeriums für regionale Entwicklung sollen konspirative Websites keine öffentlichen Gelder erhalten. Die Methodik für Online-Werbung soll dazu beitragen, dass die Werbung öffentlicher Einrichtungen nicht auf Desinformations- und Verschwörungswebseiten erscheint.