Tschechien lehnt Euro-7-Abgasnorm ab

Tschechien lehnt die Euro-7-Abgasnorm der Europäischen Kommission ab, mit der die Stickoxid- und Feinstaubemissionen von Kraftfahrzeugen reduziert werden sollen, sagte Verkehrsminister Martin Kupka, der das Thema am Freitag mit Kommissar Thierry Breton besprechen will.

EURACTIV.cz
EU Commission press conference on Euro-7 car Pollution emission standards
Nach Ansicht von tschechischen Regierungspolitikern und Vertretern der Automobilindustrie würde der neue Vorschlag die Produktion und Verfügbarkeit von Neufahrzeugen gefährden. [EPA-EFE/THIERRY MONASSE]

Tschechien lehnt die Euro-7-Abgasnorm der Europäischen Kommission ab, mit der die Stickoxid- und Feinstaubemissionen von Kraftfahrzeugen reduziert werden sollen, sagte Verkehrsminister Martin Kupka, der das Thema am Freitag mit Kommissar Thierry Breton besprechen will.

Nach Ansicht von tschechischen Regierungspolitikern und Vertretern der Automobilindustrie würde der neue Vorschlag die Produktion und Verfügbarkeit von Neufahrzeugen gefährden.

„Unsere Position zur aktuellen Form der Norm ist eindeutig negativ. Wir sind uns bewusst, dass die Produktion von PKW, LKW und Bussen gefährdet ist und dass der Zugang der Öffentlichkeit zu den Fahrzeugen erheblich beeinträchtigt wird. Wir werden uns für die notwendige Änderung der Norm einsetzen“, sagte Kupka und betonte, dass sein deutscher Amtskollege ebenfalls gegen die strengeren Normen sei.

Autos werden nach einem Alter von fünf Jahren und einer Laufleistung von mehr als 100.000 Kilometern nicht mehr auf Emissionen überprüft.

Wenn der aktuelle Euro 7-Vorschlag jedoch angenommen wird, müssen die Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum strengere Normen erfüllen. Autos und Kleintransporter würden bis zu ihrem 10. Lebensjahr und einer Laufleistung von 200.000 Kilometern überprüft, und die Normen würden auch für Bremsen und Reifen gelten, nicht nur für die Auspuffanlage.

Die vorgeschlagenen Standards sollten den einzelnen Herstellern genügend Zeit geben, um sicherzustellen, dass sie von vornherein über die entsprechende Technologie verfügen, zum Beispiel über schadstoffarme Bremsen oder Sensoren, die die Emissionen während der Fahrt überwachen, sagte Kupka.

Die tschechischen Autohersteller sagen, dass der aktuelle Vorschlag neue Autos erheblich teurer machen würde. Michal Kadera, Direktor für Außenbeziehungen des tschechischen Automobilherstellers Škoda, warnte ebenfalls davor, dass die Maßnahmen des Vorschlags die Umwelt weiter schädigen würden, da die Kunden kein neues und teureres Auto kaufen, sondern lieber ihre alten und emissionsreichen Autos weiter benutzen würden.