Tschechien rechnet mit 'neuem kalten Krieg'
Frieden zwischen Russland und der Ukraine sei nicht absehbar, stattdessen könnte es aus Sicht von Tomáš Pojar, Diplomat und Berater des tschechischen Premierministers, zu einem neuen Kalten Krieg kommen.
Frieden zwischen Russland und der Ukraine sei nicht absehbar, stattdessen könnte es aus Sicht von Tomáš Pojar, Diplomat und Berater des tschechischen Premierministers, zu einem neuen Kalten Krieg kommen.
Pojar äußerte sich am Dienstag (11. April) in einem Interview mit dem tschechischen Fernsehen.
„Sanktionen sind wichtig, aber ich würde sie nie überbewerten. Ich habe nicht erwartet, dass Sanktionen den Krieg beenden werden“, sagte Pojar. Stattdessen sei die mittel- und langfristige Wirkung von Sanktionen entscheidend.
Der Diplomat ist auch davon überzeugt, dass die westlichen Verbündeten keinen Frieden zwischen Russland und der Ukraine erwarten sollten.
„Ein Frieden steht außer Frage. Es wäre töricht, auf Frieden zu setzen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Parteien ein Friedensabkommen schließen“, warnte Pojar. Er erinnerte daran, dass der Krieg bereits mit der russischen Invasion der Krim im Jahr 2014 begonnen habe.
Aus Pojars Sicht braucht die Ukraine nach wie vor Unterstützung, und es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Bereitschaft der westlichen Verbündeten, die Ukraine mit Waffen zu versorgen, schwinde. Der Berater sprach sich auch für weitere Sanktionen gegen Russland aus.
„Wenn wir einen neuen Kalten Krieg und einen jahrzehntelangen Konflikt mit Russland erleben sollten, was durchaus möglich ist, müssen wir dafür sorgen, dass Russland schwach ist und den Wirtschaftskrieg mit dem Westen nicht gewinnt“, erklärte er. Sanktionen könnten dazu beitragen, Russland zu schwächen, wie es am Ende der Sowjetära der Fall gewesen sei.
Trotz der massiven Sanktionen, die der Westen seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gegen Moskau verhängt hat, stehe die russische Wirtschaft noch nicht vor dem Zusammenbruch. „Das Regime hat sich seit langem auf den Krieg vorbereitet und Vorräte dafür angelegt“, erklärte Pojar.
„Aus unserer tschechischen und europäischen Sicht ist es das Wichtigste, die russischen Grenzen so weit wie möglich von unseren Grenzen entfernt zu halten“, betonte er.