Tschechische Kohleregionen wollen Wasserstoff-Hotspots werden

Drei Kohleregionen in Tschechien wollen in Mitteleuropa führend in der Wasserstofftechnologie werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, welche die Gouverneure der drei Regionen am Dienstag in Prag unterzeichnet haben.

/ EURACTIV.cz
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Mährisch-Schlesien, Ústecký und Karlovarský haben ihren Plan bekräftigt, sich in "Wasserstofftäler" zu verwandeln, indem sie gemeinsam die Möglichkeiten des Wasserstoffs erforschen. [Shutterstock/Vera Kailova]

Drei Kohleregionen in Tschechien wollen in Mitteleuropa führend in der Wasserstofftechnologie werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, welche die Gouverneure der drei Regionen am Dienstag in Prag unterzeichnet haben.

In dem gemeinsamen Memorandum bekräftigen Mährisch-Schlesien, Ústecký und Karlovarský ihren Plan, sich zu „Wasserstoff-Valleys“ zu entwickeln, indem sie gemeinsam die Möglichkeiten des Wasserstoffs erforschen.

„Diese drei Regionen eröffnen im Grunde die Möglichkeit, diese Technologie zu erproben. Es handelt sich um Gebiete, die bisher auf den Kohleabbau angewiesen waren, und denen nun Alternativen angeboten werden. Insbesondere die mährisch-schlesische Region befindet sich in einer Situation, in der alle Kohlebergwerke bald schließen werden. Deshalb müssen wir dringend nach Möglichkeiten suchen, sie zu ersetzen“, so der Gouverneur der Mährisch-Schlesischen Region, Ivo Vondrák, gegenüber EURACTIV.cz.

„Ich glaube nicht, dass Wasserstoff das Problem des Kohleabbaus im Moment ersetzen kann, aber er ist eine Alternative und eine Energiequelle, die in Zukunft interessant sein könnte“, fügte er hinzu.

Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern eine Speichertechnologie für Strom, mithilfe dessen Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird, um das Gas herzustellen. Wasserstoff kann neben der Industrie und dem Verkehr auch zur Rückgewinnung von Strom eingesetzt werden.

Nach Ansicht des tschechischen Umweltministers Petr Hladík (KDU-ČSL, EVP) haben die Kohlebergbauregionen des Landes das Potenzial, bei der Entwicklung von Wasserstofftechnologien eine Führungsrolle in Mitteleuropa zu übernehmen.

Er fügte hinzu, dass diese Regionen die Führung bei der Produktion, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff übernehmen können, insbesondere im Verkehrssektor.

Um ihre Wasserstoffpläne zu verwirklichen, setzen die Bergbauregionen auf EU-Mittel, vor allem auf den Just Transition Fund und den Modernisierungsfonds.

Neben dem Wasserstoff-Memorandum unterzeichneten die Regionen und das Umweltministerium eine weitere Erklärung, in der sie ihr gemeinsames Interesse „an der Erreichung der Klimaziele, der Qualität der Umwelt und des Wohlstands der Tschechischen Republik und ihrer Regionen“ bekräftigen.