Tschechisches Unternehmen kopiert mutmaßlich slowakisches Artilleriesystem
Dem tschechischen Rüstungshersteller Excalibur Army wird vorgeworfen, ein slowakisches Artilleriesystem zu plagiieren. Beide Systeme stehen bei den ukrainischen Waffenexporten in direkter Konkurrenz zueinander.
Dem tschechischen Rüstungshersteller Excalibur Army wird vorgeworfen, ein slowakisches Artilleriesystem zu plagiieren. Beide Systeme stehen bei den ukrainischen Waffenexporten in direkter Konkurrenz zueinander.
Das staatliche, slowakische Unternehmen Konštrukta Defence, Hersteller der Haubitze Zuzana, hat für Montag (04. September) ein Treffen mit den Urheberrechtsinhabern, um dem Plagiatsvorwurf weiter nachzugehen.
Die Behauptungen wurden erstmals von Roman Bobaľ, dem ranghöchsten slowakischen Artilleristen, erhoben, der auch Vorsitzender der Integrierten Fähigkeitsgruppe für indirektes Feuer der NATO ist.
„Ich halte die Dita [Artilleriesystem von Excalibur Army] für ein Plagiat unserer 155-mm-Selbstfahrlafette, des Modells 2000 Zuzana. Der Hersteller der Dita hat nur das Gehäuse geändert“, sagte Bobal gegenüber Denník N.
Excalibur Army, Teil der CSG-Holding des Waffenhändlers Michal Strnad, hat Behauptungen zurückgewiesen, ihre neue Haubitze Dita sei eine Kopie der slowakischen Zuzana. Beide Modelle seien lediglich von einer gemeinsamen Basis, der tschechoslowakischen Haubitze Dana, abgeleitet.
Dennoch kündigte Konštrukta Defence an, am Montag eine Versammlung der Inhaber der Urheberrechte an der Haubitze Zuzana 2000 einberufen zu wollen.
Die Haubitze Zuzana 2000 ist eine Vorgängerversion der Zuzana 2, welche die Slowakei auch für die Ukraine produziert. Der größte Teil der Produktionsrechte befindet sich im Besitz von Konštrukta Defence und dem Wirtschaftsministerium. Ein kleinerer Teil gehört dem Verteidigungsministerium.
Die Slowakei stellt die Zuzana 2000 zwar nicht mehr her, die modernere Zuzana 2 gehört jedoch derzeit zu den besten Artilleriesystemen der Welt. Auch ihre leichtere Version namens EVA ist ein wichtiger Bestandteil der slowakischen Rüstungsindustrie. Kürzlich unterzeichnete Konštrukta Defence einen Vertrag mit der Ukraine über die gemeinsame Entwicklung angepasster Versionen der Haubitze und deren Lieferung in die Ukraine.
Die neue tschechische Haubitze ist ein direkter Konkurrent.
Bobaľ behauptet, er habe den militärischen Geheimdienst vor mindestens zweieinhalb Jahren wiederholt auf das mögliche Plagiat hingewiesen. Später habe er diese Informationen auch mit dem früheren Verteidigungsminister Jaroslav Naď besprochen.
In der jüngsten Erklärung des Ministeriums heißt es, der Verdacht habe sich „bis heute nicht bestätigt.“
Die aktuelle Situation stellt einen seltenen Konflikt dar und könnte die guten Beziehungen zwischen der tschechischen und der slowakischen Verteidigungsindustrie beeinträchtigen.
Die Situation ist besonders heikel, da der slowakische Vertrag über die Produktion von Panzerhaubitzen für die Ukraine bereits durch das Versprechen des Spitzenkandidaten und Parteivorsitzenden der Smer (S&D), Robert Fico, gefährdet ist, jegliche militärische Unterstützung für das Land einzustellen.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]