Umweltbundesamt fordert schärfere Feinstaub-Grenzwerte
In Deutschland sind rund 35 Prozent aller Menschen besonders stark von Schadstoffbelastungen in der Luft betroffen. Angesichts der krebserregenden Konzentration von Feinstaub in der Luft verlangt das Umweltbundesamt schärfere Grenzwerte.
In Deutschland sind rund 35 Prozent aller Menschen besonders stark von Schadstoffbelastungen in der Luft betroffen. Angesichts der krebserregenden Konzentration von Feinstaub in der Luft verlangt das Umweltbundesamt schärfere Grenzwerte.
Der EU-Grenzwert werde trotz Fortschritten bei der Luftreinhaltung derzeit an zwei Dritteln aller verkehrsnahen Messstationen überschritten, sagte die Präsidentin der Behörde, Maria Krautzberger, am Dienstag in Berlin. „Die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung durch Feinstaub und Stickstoffdioxide ist zu groß.“
Der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sei schon 15 Jahre alt und zudem nur als Einstieg gedacht gewesen. Krautzberger sprach sich daher dafür aus, den Maßstab der Weltgesundheitsbehörde WHO zu übernehmen. Dieser ist mit 20 Mikrogramm nur halb so hoch. Feinstaub löst auch Atemwegsentzündungen und erhöht das Herzinfarktrisiko.
Zur Feinstaub-Belastung trägt der Verkehr, vor allem Dieselfahrzeuge, aber auch die Industrie bei. In Ballungsräumen sei die Belastung besonders hoch, sagte Krautzberger bei der Vorstellung des Jahresberichts des Amtes.
Aber auch abseits davon mache sich etwa die zunehmende Verbreitung von Holzöfen und Kaminen bemerkbar. Dort trügen sie oft stärker zur Luftverschmutzung bei als der Verkehr. Strengere Umweltanforderungen und gegebenenfalls Nachrüstungen für ältere Öfen sollen das Problem in den nächsten Jahren entschärfen.