UN-Bericht: Leben über Erdkapazitäten hinaus [DE]

Trotz Fortschritts im Bereich Umweltschutz gefährdeten einige andauernde Probleme die Menschheit, wie aus dem globalen Umweltausblick der Vereinten Nationen, der am 25. Oktober 2007 veröffentlicht wurde, hervorgeht. 

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Trotz Fortschritts im Bereich Umweltschutz gefährdeten einige andauernde Probleme die Menschheit, wie aus dem globalen Umweltausblick der Vereinten Nationen, der am 25. Oktober 2007 veröffentlicht wurde, hervorgeht. 

Zu den Punkten, die ungelöst bleiben, zählen der Klimawandel, das Aussterben bedrohter Arten und die Herausforderung, eine wachsende Bevölkerung zu ernähren. Dies sind Faktoren, die laut des Berichts eine Gefahr für die Menschheit darstellten.  

Zusätzlich zu diesen andauernden, ‚schwerer zu handhabenden’ Angelegeheiten, träten neue auf, warnt der Bericht. Zu diesen zählten der rapide Anstieg sauerstoffarmer, so genannter ‚toter’ Zonen in den Ozeanen und das Wiederaufleben neuer und alter Erkrankungen, die teilweise mit der Zerstörung der Umwelt in Verbindung gebracht werden.

Der UN-Bericht zielt deshalb darauf ab, eine ernstzunehmende Warnung auszusprechen. ‚Wir leben weit über unsere Verhältnisse hinaus’, so heißt es im Bereich. Die menschliche Bevölkerung ist mittlerweile so groß, dass die Menge an Rohstoffen, die man für ihre Versorgung benötige, die zur Verfügung stehende Menge übersteige. Laut des Berichts „Footprint of Nations“  von 2005 beläuft sich die räumliche Ausdehnung der Menschheit auf 21,1 Hektar pro Person, während die biologische Kapazität der Erde sich durchschnittlich auf nur 15,7 Hektar pro Person belaufe. Dies resultiere also in Umweltzerstörung und -schaden.

Der Bericht schlussfolgert, dass, während von den Regierungen erwartet werde, die Führung zu übernehmen, andere Stakeholder ebenso wichtig seien, um den Erfolg im Streben nach nachhaltiger Entwicklung zu sichern. Grundlegende Änderungen der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen, einschließlich Änderungen der Lebensstile, seinen entscheidend, wenn man zügigen Fortschritt erreichen wolle.

Mit Bezug auf Europa hebt der Bericht hervor, dass der größere Wohlstand und die steigende Zahl von Einzelhaushalten zu nicht nachhaltigem Produktions- und Konsumverhalten, höherem Energieverbrauch, schlechter Luftqualität in städtischen Gebieten und Verkehrsproblemen, die durch die Nachfrage nach erhöhter Mobilität entstünden, beitrügen.

Wachsendes öffentliches Bewusstsein, das durch die steigenden Energiepreise untermauert würde, habe zu einem politischen Impuls geführt, um diese Probleme anzugehen. Der Bericht bezieht sich auf die verantwortungsvolle Führung der EU und ihre fortschrittliche Zusammenarbeit bei Umweltbelangen. Diese seien ein wichtiger Gewinn für europäische Länder, um ‚Erfahrungen’ anwenden zu können.

Der Ausblick wird als der umfassendste UN-Bericht über die Umwelt betrachtet und wurde von 390 Experten vorbereitet und von mehr als 1 000 anderen aus aller Welt überprüft. Er beurteilt den gegenwärtigen Zustand der globalen Atmosphäre, Land-, Wasser- und Biodiversität, beschreibt die Veränderungen seit 1987 und ermittelt Prioritäten für weiteres Vorgehen.

Die erste Überprüfung der erneuerten EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung, die einen Tag zuvor veröffentlicht worden war, fordert auch, dass Maßnahmen erheblich verstärkt werden, um andauernde, nicht nachhaltige Trends ‚umzukehren’. Laut Kommissionspräsident José Manuel Barroso beträfen die Bedenken der EU besonders die Bereiche Energieverbrauch, Verkehr, Artenvielfalt und Gesundheit (siehe EURACTIV vom 25. Oktober 2007).