Ungarn: Inflation liegt weiter bei über 25 Prozent

Die Inflationsrate in Ungarn lag im Februar bei 25,4 Prozent, so die jüngsten Angaben des Ungarischen Statistischen Zentralamtes (KSH).

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UK inflation rate falls but food inflation remains high
Seit anderthalb Jahren ist Europa von einer hohen Inflation betroffen und alle warten darauf, dass es ein Ende hat. [EPA-EFE/TOLGA AKMEN]

Die Inflationsrate in Ungarn lag im Februar bei 25,4 Prozent, so die jüngsten Angaben des Ungarischen Statistischen Zentralamtes (KSH).

Viele erwarteten die Zahlen des Februars mit Spannung, denn mehrere Quellen hatten zuvor mitgeteilt, dass die Inflationsrate vom Januar mit 25,7 Prozent den Rekordwert darstellen könnte und dass von dort aus ein Rückgang folgen würde. Wie in den Vormonaten waren auch im Februar die Lebensmittel und Haushaltsenergie die teuersten Güter.

Seit anderthalb Jahren ist Europa von einer hohen Inflation betroffen und alle warten darauf, dass es ein Ende hat. Politiker geben sich gegenseitig, ebenso wie Brüssel und Moskau die Schuld an der höchsten Inflation seit Jahrzehnten. Die Versprechen von allen Seiten lauten, dass es zwar kein vollständiges Ende geben wird, aber zumindest in den kommenden Monaten eine Art Normalität zurückkehren wird.

Dafür gibt es seit Anfang des Jahres Anzeichen: Statistiken zeigen, dass die Energiepreise für Haushalte seit ihrem Höchststand im November gesunken sind, und auch der Anstieg der Lebensmittelinflation hat sich von Dezember bis Januar verlangsamt. Auch im Alltag gibt es Anzeichen für ähnliche Tendenzen. So haben sowohl Aldi als auch Lidl im Februar die Preise für Butter und später auch für andere Milchprodukte deutlich gesenkt.

Die neuesten Zahlen des Ungarischen Statistischen Zentralamtes zeigen ebenfalls eine Mäßigung: Im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres lag die Inflation bei 25,4 Prozent und damit etwas niedriger als im Vormonat.

Selbst diejenigen, die damit gutes Geld verdienen, wollen ein Ende sehen

In den letzten sechs Monaten ist die Bekämpfung der Inflation zu einem der wichtigsten Themen in der ungarischen Politik geworden. Nach Ansicht der Regierung ist in erster Linie der Krieg in der Ukraine für den Preisanstieg verantwortlich. Aber auch Brüssel wird aufgrund der Sanktionspolitik ein Teil der Schuld zugeschoben.

In seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation verglich Ministerpräsident Viktor Orbán die Inflation mit einem Tiger und setzte sich zum Ziel, sie bis Ende des Jahres auf eine einstellige Zahl zu senken.

Aber es gibt noch eine andere Seite des Problems, nämlich die steigenden Steuereinnahmen aufgrund der Inflation. Mit 27 Prozent gilt der ungarische Mehrwertsteuersatz als der weltweit höchste, während die Inflation mit über 25 Prozent einen EU-Rekord darstellt. Das bedeutet, dass bei einer so hohen Inflation und einem so hohen Mehrwertsteuersatz die Mehrwertsteuereinnahmen des Staates erheblich steigen, was für die Staatskasse alles andere als negativ ist.

Im letzten Jahr bedeutete dies, dass statt der geplanten 5,487 Milliarden Forint nun 6,860 Milliarden Forint an Mehrwertsteuer in den Haushalt flossen, eine Differenz von 25 Prozent gegenüber dem geplanten Betrag. Das ist natürlich gut für den Staat, da seine Ausgaben nicht so schnell wachsen, dennoch stellt es eine enorme Belastung für die Menschen (und insbesondere für die Ärmeren) dar.

Viele Länder haben auf die zunehmende Belastung ihrer Bevölkerung reagiert, indem sie die Mehrwertsteuer gesenkt haben. Spanien zum Beispiel hat Brot, Milch, Käse, Eier, Obst und Gemüse mehrwertsteuerfrei gemacht. Ungarn hat keine derartigen Maßnahmen ergriffen, sondern stattdessen Preisobergrenzen eingeführt, von denen die Regierung behauptet, sie würden die Inflation senken, während kritische Ökonomen und die MNB (die ungarische Zentralbank) behaupten, sie würden sie weiter ankurbeln.