Ungarn unterstützt schnellen Beitritt Montenegros

Ungarn, der größte Investor in Montenegro, unterstützt den EU-Beitritt des Landes. Die EU-Integration der Westbalkanstaaten ist eine Priorität der ungarischen Regierung und ihre Ratspräsidentschaft im ersten Semester 2011 wird eine erstklassige Gelegenheit, den montenegrinischen Beitritt zu vertreten. EURACTIV Ungarn berichtet.

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Ungarn, der größte Investor in Montenegro, unterstützt den EU-Beitritt des Landes. Die EU-Integration der Westbalkanstaaten ist eine Priorität der ungarischen Regierung und ihre Ratspräsidentschaft im ersten Semester 2011 wird eine erstklassige Gelegenheit, den montenegrinischen Beitritt zu vertreten. EURACTIV Ungarn berichtet.

Ungarn hat wie die EU und die NATO die Anstrengungen erkannt, die Montenegro zur Vorbereitung für die Integration unternommen hat.

Die EU hat den Beitrittsantrag Montenegros akzeptiert und die NATO hat das Land in seinen Aktionsplan für zukünftige Mitglieder aufgenommen. Montenegro war eines der ersten Länder des Balkans, das das Recht erlangte, Teil des Schengenraumes ohne Visumzwang zu werden.

Im März diesen Jahres sagte Péter Balázs, ehemaliger ungarischer Außenminister, Ungarn sei willig, Montenegro mit Expertise zur Seite zu stehen und seine Erfahrungen zu teilen, um dem Land zu helfen, sich der EU und der NATO zu nähern.

Balázs betonte, dass Montenegro als Beispiel in der Balkan-Region dienen könne, da es sich um freundschaftliche Beziehungen mit allen seinen Nachbarn bemühe. Regionale Integration ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für den EU-Beitritt.

Der frühere Außenminister Balázs stattete Montenegro am 25. März 2010 einen offiziellen Besuch ab, bei dem er bilaterale und internationale Fragen mit seinem Amtskollegen Milan Ro?en besprach. Die internationalen Fragen, die besprochen wurden, bezogen sich hauptsächlich auf die EU und die NATO. Die beiden Politiker gaben an, dass die politischen Beziehungen zwischen den Ländern hervorragend seien.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern sind ähnlich eng. Montenegro ist das kleinste Land der Region und ist seit seiner Unabhängigkeit das sich am schnellsten entwickelnde Land. Seit es 2006 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, erwartete man seinen wirtschaftlichen Kollaps, doch widerlegte Montenegro die Befürchtungen: es wird nun als der investitionsfreundlichste Balkanstaat der letzten Jahre gesehen.

Das Land, das für neue Beziehungen offen ist, bietet Ungarn seit Langem große Möglichkeiten für Investition und Handel. Ungarn wurde schnell zum größten Investoren, hauptsächlich aufgrund des Magyar Telekom Deals (früher MATÁV genannt), in dessen Zuge die Firma 110 Millionen Euro in Montenegro investierte, um die T-Crnogorski Telekom zu kaufen. Weitere 30 Millionen Euro wurden der Entwicklung zugeordnet.

Darüber hinaus kaufte OTP, eine der größten ungarischen Banken, die CKB-Bank für 105 Millionen Euro und fügte 25 Millionen Euro für den Ausbau hinzu. Hunguest Hotel investierte auch in das Land: sie kauften drei Hotels und tätigten einige kleinere Investitionen.

Ungarn: der größte Investor

Ungarn ist der größte Investor in Montenegro. Ungarische Firmen sind über das gesamte Spektrum der Wirtschaft zu finden, insbesondere im Banken-, Telekommunikations- und Tourismussektor.

Was bilaterale Handelsbeziehungen angeht, hat Ungarn 2008 einen Überschuss erreicht, der hauptsächlich aus Exporten von Landwirtschaftsgütern, Baumaterialien und elektronischen Gütern bestand. Balázs betonte, dass Ungarn neue Möglichkeiten für gegenseitigen Profit suchte und Montenegro drängte, weitere Verbesserungen an seinen investitionsfreundlichen wirtschaftlichen Bedingungen vorzunehmen, nicht nur um ausländische Firmen anzuziehen, sondern auch um deren tägliches Vorgehen zu vereinfachen.

Montenegro spielt auch eine aktive Rolle im internationalen Kampf gegen den Terrorismus und in Friedensmissionen. Zurzeit dienen seine Soldaten als Teil des ungarischen Kontingents in Afghanistan. Sie wurden in der ungarischen Stadt Szolnok ausgebildet.

Während seines Besuchs traf Balázs auch das Staatsoberhaupt Filip Vujanovi? und den Präsidenten des Parlaments Ranko Krivokapi?. Beide drückten ihre Dankbarkeit für die eindeutige und kontinuierliche Unterstützung Ungarns in den Anstrengungen Montenegros zur europäischen Integration aus.

Der ehemalige Außenminister beendete seinen Besuch, indem er die Leiter der ungarischen Unternehmen traf, die in Montenegro arbeiten. Sie sagten, dass die diplomatische Tätigkeit Ungarns in der Region eine bedeutsame Rolle gespielt habe für den Erfolg ihrer Geschäfte in Montenegro.