Ungarns Aktienmarkt stürzt wegen Rechtsstaatsverfahren ab
In Folge der Ankündigung, die EU werde die Rechtsstaatlichkeit Ungarns prüfen, ist der ungarische Forint stark gefallen. Auch der lokale Aktienmarkt fällt rasant. Investoren verkauften Aktien von OTP, Ungarns größter Geschäftsbank.
In Folge der Ankündigung, die EU werde ein Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn einleiten, ist der ungarische Forint stark gefallen. Auch der lokale Aktienmarkt bricht rasant ein. Investoren verkauften Aktien von OTP, Ungarns größter Geschäftsbank.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kündigte die Einleitung des Verfahrens am Dienstag (5. April) an und versetzte den Aktien- und Devisenmarkt kurz darauf in Aufruhr.
„Die Kommission hat heute mit den ungarischen Behörden gesprochen, dass wir nun ein formelles Schreiben senden werden, um den Konditionalitätsmechanismus zu starten“, sagte von der Leyen.
Der BUX-Index, der offizielle Index der an der Budapester Börse notierten Blue-Chip-Aktien, lag bei Börsenschluss 3,55 Prozent im Minus. Damit liegt er unter den durchschnittlichen Schwankungen der 20-, 50- und 200-Tagesdurchschnitte, was auf einen deutlichen Rückgang hindeutet.
Auch andere inländische Blue Chips fielen: Magyar Telekom um 0,5 Prozent, Richter um 1,3 Prozent und Mol um 2,2 Prozent. Der Kurs der OTP-Aktie lag 5,3 Prozent unter dem letzten Schlusskurs.
Aktien der mittelgroßen Unternehmen waren ebenfalls rückläufig: Opus verlor 6,8 Prozent und Alteo 5,8 Prozent.
Ungarn ist das erste Land, gegen das ein Verfahren im Rahmen des Rechtsstaatlichkeit-Mechanismus eingeleitet wird. Budapest muss daher wegen möglichen Verstößen gegen EU-Recht mit einer Kürzung der Finanzmittel rechnen.