US-EU Handelsabkommen getrübt: Trump kündigt neue Arzneimittelzölle an

Mehrere große europäische Arzneimittelhersteller haben bereits Pläne angekündigt, in den USA zu investieren

EURACTIV.com
In einem Beitrag auf Truth Social erklärte Trump, dass es einen Haken gebe. [(Photo by Celal Gunes/Anadolu via Getty Images)]

US-Präsident Donald Trump kündigte am Donnerstag an, dass die USA ab dem 1. Oktober 100-prozentige Zölle auf Importe von Marken- oder innovativen Medikamenten erheben werden. Zum Jahresanfang hatten die USA mit der EU noch eine deutlich niedrigere Obergrenze vereinbart.

Bislang ist unklar, wie sich die Zölle genau auf die EU auswirken werden. In einem Beitrag auf seiner Social Media-Plattform Truth Social erklärte Trump, dass es einen Haken gebe. Unternehmen, die signalisiert haben, dass sie neue Investitionen in die Produktion in den USA tätigen werden, würden einige Ausnahmen gewährt.

Einige europäische Arzneimittelhersteller haben bereits entsprechende Pläne angekündigt, darunter Pharmaunternehmen Roche, Novartis und AstraZeneca.

Dies werde „als ‚Baubeginn‘ und/oder ‚im Bau befindlich‘ definiert“, schrieb Trump. „Daher werden auf diese pharmazeutischen Produkte keine Zölle erhoben, wenn mit dem Bau begonnen wurde.“

Im August einigten sich die EU und die USA auf einen pauschalen Zollsatz von 15 Prozent, von dem Generika ausgenommen sind. Dieser Zollsatz ist an die Untersuchung Washingtons gemäß Section 232 zum Import von Arzneimitteln geknüpft. Trump nannte keine Rechtsgrundlage für die Abgaben.

Dies stellt auch eine Eskalation gegenüber Trumps früherer Ankündigung dar, Zölle von bis zu 250 Prozent auf Arzneimittel aus der EU zu erheben und den Unternehmen etwa ein Jahr Zeit für eine Verlagerung zu geben.

Die in Brüssel ansässige innovative Pharmagruppe EFPIA betonte, dass die EU und die USA „bereits ein Handelsabkommen geschlossen haben”.

„Sie sollten nun die Gespräche darüber fortsetzen, wie die EU ihre Unterstützung für die Kosten der weltweiten Forschung und Entwicklung verbessern kann, ohne den Patienten in der EU und den USA zu schaden”, fügte Nathalie Moll, Generaldirektorin der EFPIA, hinzu.

Unabhängig davon hat Trump die Androhung von Zöllen genutzt, um Druck auf nationale Regierungen auszuüben und die Arzneimittelpreise anzuheben.

(vib)