US-Geheimdienst soll Aktivität auf Grönland verstärken

Die USA verstärken ihre Geheimdienstaktivitäten in Grönland, um die Unabhängigkeitsbewegung der Insel zu überwachen, berichtete das Wall Street Journal. Zudem sollen Personen identifiziert werden, die den USA gegenüber wohlwollend eingestellt sind.

EURACTIV.com
Colorful Houses In Nuuk, Greenland
Dies ist die erste konkrete Initiative der neuen US-Regierung, um die Bemühungen zur Annexion Grönlands, eines autonomen Territoriums unter der Hoheit des NATO-Verbündeten Dänemark, voranzutreiben. [Getty Images]

Die USA verstärken ihre Geheimdienstaktivitäten in Grönland, um die Unabhängigkeitsbewegung der Insel zu überwachen, berichtete das Wall Street Journal. Zudem sollen Personen identifiziert werden, die den USA gegenüber wohlwollend eingestellt sind.

Mehrere hochrangige US-Geheimdienstmitarbeiter erhielten letzte Woche eine Nachricht, in der sie angewiesen wurden, mehr Informationen über die Unabhängigkeitsbewegung Grönlands und die Haltung der lokalen Bevölkerung gegenüber der amerikanischen Rohstoffgewinnung auf der Insel zu sammeln, berichtete das WSJ am Dienstag.

Das markiert die erste konkrete Initiative der neuen US-Regierung, um die Bemühungen zur Annexion Grönlands voranzutreiben. Die Insel ist ein autonomes Territoriums unter der Hoheit des NATO-Verbündeten Dänemark.

Seit seinem Amtsantritt hat Trump erklärt, dass die Kontrolle der USA über Grönland für die „internationale Sicherheit“ von entscheidender Bedeutung sei. Er hat dabei den Einsatz von militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Ähnliche Behauptungen wiederholte er am Sonntag in einem Fernsehinterview mit NBC News.

Die US-Direktorin für Nationale Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, dementierte die Berichterstattung des Wall Street Journal nicht ausdrücklich, tadelte die Zeitung jedoch für die „Politisierung und Weitergabe von geheimen Informationen“.

Ende März hat Vizepräsident J.D. Vance die US-Luftwaffenbasis Pituffik im Norden Grönlands besucht, nachdem ein größeren Besuch aufgrund heftiger Proteste der Grönländer abgesagt wurde. Die Reise habe „unakzeptablen Druck auf Grönland ausgeübt“, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

In der Hauptstadt Nuuk ist das US-Konsulat kürzlich von einem unscheinbaren einstöckigen Haus in ein neues Hochhaus umgezogen und nimmt dort eine ganze Etage von 3000 Quadratmetern ein.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bekräftigte am Dienstag im Europäischen Parlament, dass die Zukunft Grönlands von den Grönländern selbst entschieden werden sollte.

In derselben Debatte kritisierte der rechte dänische Europaabgeordnete Anders Vistisen (PfE) die Ansprüche der USA auf die Insel. Die Grönländer „könnten sich glücklich schätzen, wenn sie ein Mitglied ohne Stimmrecht im Kongress und den Status als Militärstützpunkt und Souvenirladen hätten“, scherzte er.

„Washington redet gerne über Freiheit. Aber vielleicht sollte man versuchen, diese Puerto Rico zu geben und Grönland in Ruhe zu lassen.“

(om)