Viertel der versprochenen schweren Waffen noch nicht an Ukraine geliefert

Nach einer Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wartet die Ukraine noch auf ungefähr ein Viertel der schweren Waffen, die ihr vom Westen versprochen wurden.

European Pravda mit EURACTIV
Ukrainian soldiers undergo training on German infantry fighting vehicles
Ein deutscher Leopard II-Panzer während des Besuchs des deutschen Verteidigungsministers auf einem Truppenübungsplatz in Munster, Deutschland, am 20. Februar 2023. Ende Januar hatte die Bundesregierung angekündigt, der Ukraine Panzer vom Typ "Leopard 2" zur Verfügung zu stellen. Derzeit wartet die Ukraine jedoch noch auf mindestens ein Viertel der ihr versprochenen schweren Waffen. [EPA-EFE/FILIP SINGER]

Laut einer Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind rund ein Viertel der schweren Waffen, die der Ukraine versprochen wurden, bislang noch nicht geliefert worden.

„Der Westen hat bisher zwischen 65 und 75 Prozent der schweren Waffen geliefert, die der Ukraine versprochen wurden. Von der versprochenen Finanzhilfe ist erst die Hälfte eingetroffen“, sagte IfW-Experte Andre Frank dem RND. Das IfW veröffentlicht regelmäßig seinen Ukraine Support Tracker, der die Zusagen der westlichen Länder zur Unterstützung der Ukraine analysiert.

Die nach dem Treffen in Ramstein am 20. Januar angekündigten Panzerlieferungen der europäischen Länder und der USA sind in der aktualisierten Studie des Ukraine Support Tracker nicht enthalten.

Die USA haben die Europäische Union und ihre größte Volkswirtschaft, Deutschland, bei der Hilfe für die Ukraine überholt. Wie die Studie zeigt, haben die Vereinigten Staaten der Ukraine seit Januar 2022 Unterstützung in Höhe von 73 Milliarden Euro zugesagt, während die EU 54,9 Milliarden Euro zusagte.

„Wenn es um die Unterstützung der Ukraine mit militärischer, finanzieller und humanitärer Hilfe geht, steht Deutschland hinter den USA und dem Vereinigten Königreich an dritter Stelle. Berücksichtigt man jedoch auch die Ausgaben für Flüchtlinge aus der Ukraine, liegt Deutschland auf dem zweiten Platz“, heißt es im IfW-Bericht.

Allein Deutschland hat seit Anfang des vergangenen Jahres mehr als 250 Milliarden Euro an Subventionen bereitgestellt, um den Anstieg der Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen abzufedern.

Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben der russische Einmarsch in der Ukraine und der daraus resultierende Anstieg der Energiepreise die deutsche Wirtschaft rund 100 Milliarden Dollar gekostet, was 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner European Pravda.