Vogelgrippe und Schweinepest: Spanien will Schutz gegen biologische Risiken stärken

Die Biosicherheitsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben müssen aus Sicht des spanischen Agrarministers Luis Planas verstärkt werden, um die Ausbreitung von Tierkrankheiten wie der Vogelgrippe oder der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

EFE Agro
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"Wir dürfen nicht fatalistisch sein. Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in unserem Land ist alles andere als unvermeidlich. Wir hatten sie bereits in den 1980er Jahren und haben es geschafft, sie auszurotten", sagte Spaniens Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Luis Planas. [SASCHA STEINBACH/EPA-EFE]

Die Biosicherheitsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben müssen aus Sicht des spanischen Agrarministers Luis Planas verstärkt werden, um die Ausbreitung von Tierkrankheiten wie der Vogelgrippe oder der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Im Gespräch mit EURACTIVs Partnermedium EFE Agro wies Planas darauf hin, dass die aviäre Influenza, bekannt als Vogelgrippe, in diesem Jahr „besondere Merkmale“ aufweise und zum ersten Mal auf der iberischen Halbinsel festgestellt worden sei, wobei die Zahl der Ausbrüche „viel höher als früher“ sei.

In Spanien wurden in diesem Jahr bisher 32 Fälle des H5N1-Stammes bei Geflügel und 56 Fälle bei Wildvögeln gemeldet, so die Daten des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA).

Der jüngste Ausbruch wurde am 9. August in einem Putenmastbetrieb in Huelva bestätigt, in dem etwa 15.000 Vögel gekeult wurden.

Planas betonte, die Vogelgrippe sei eine Krankheit, die direkt mit Zugvögeln zusammenhänge, weshalb „die Biosicherheits- und Isolierungsmaßnahmen in Geflügelbetrieben verstärkt werden müssen, um ihre Ausbreitung zu verhindern.“

Kurzfristig müssten demnach Biosicherheitsmaßnahmen, mittel- und langfristig aber präventive Maßnahmen ergriffen werden, beispielsweise die Durchführung von Massenimpfungen, so Planas.

„Wir arbeiten auf europäischer Ebene an einem möglichen Impfstoff gegen die Vogelgrippe. Wir haben dies unter der französischen Präsidentschaft getan, und es ist sehr wichtig, dass Fortschritte erzielt werden, denn aufgrund der wiederkehrenden Natur der Krankheit sind wir in dieser Saison mit tausend Ausbrüchen konfrontiert, insbesondere in Ländern wie Frankreich“, sagte der Landwirtschaftsminister.

Ein weiteres Problem, das den europäischen Behörden im Bereich Tiergesundheit Sorgen bereitet, ist die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Deutschland, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, der Slowakei, Italien, Bulgarien und Rumänien waren deshalb zu Restriktionen gezwungen.

Spanien ist Europas führender Schweineproduzent, eine Position, die „auf nationaler Ebene und auf den internationalen Märkten“ bewahrt werden müsse, betonte Planas.

Seiner Meinung nach stelle die Afrikanische Schweinepest eine „potenzielle Bedrohung“ dar. Die am nächsten gelegenen geografischen Orte, an denen solche Ausbrüche gemeldet worden sind, befänden sich in Deutschland und Italien, weshalb es notwendig sei, „große Sorgfalt bei der Biosicherheit und der Kontrolle der Betriebe“ an den Tag zu legen.

Planas rief auch zu äußerster Vorsicht beim Transport von Tieren und Passagieren sowie von Lebensmittelresten oder anderen Substanzen auf, die aus von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Ländern stammen.

Der Transport von Wildschweinen, die zu Jagdzwecken gehalten werden, wurde zwischen den EU-Ländern verboten. Diese Bestände, so betonte Planas, stellen ein „Reservoir dar, das in seiner Anzahl begrenzt werden muss, um zusätzliche Risiken zu vermeiden.“

„Wir dürfen nicht fatalistisch sein. Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in unserem Land ist alles andere als unvermeidlich. Wir hatten sie bereits in den 1980er Jahren und haben es geschafft, sie auszurotten“, sagte der Minister.

In diesem Zusammenhang wies er auf die intensive Überwachung und andere Maßnahmen hin, die von der Zentralregierung und den Regionalregierungen durchgeführt werden, um einen eventuellen Seuchenausbruch zu vermeiden.