Weltmeisterlich: Deutsche Exporte legen weiter zu
Der deutsche Außenhandel hat im Mai stark angezogen.
Der deutsche Außenhandel hat im Mai stark angezogen. Exportiert wurden Waren im Wert von 110,6 Milliarden Euro, das waren 14,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die meisten Waren made in Germany gingen im Mai in Länder der Europäischen Union: Im Vergleich zum Mai 2016 stiegen die Ausfuhren um 11,8 Prozent auf 64,2 Milliarden Euro.
Beruhigend für die EU Kommission dürfte der Umstand sein, dass sich zugleich die deutschen Importe aus EU-Ländern um 13,2 Prozent erhöht haben. Die Kommission problematisiert den hohen deutschen Überschuss schon seit Jahren. Im aktuellen Entwurf für die länderspezifischen Empfehlungen heißt es: „Der Leistungsbilanzüberschuss hat sich 2015 weiter ausgeweitet, ist 2016 weitgehend unverändert geblieben und wird voraussichtlich auch weiterhin auf hohem Stand verbleiben.“ Ein Abbau des Überschusses könne „die Aussichten des restlichen Euro-Währungsgebiets und der restlichen EU auf eine Rebalancierung begünstigen.“ Verantwortlich für den Überschuss sei unter anderem das schwache Niveau öffentlicher und privater Investitionen.
Auch der Internationale Währungsfonds hatte neben den USA im Vorfeld des G20-Gipfels seine Kritik an den deutschen Überschüssen wiederholt und von Deutschland mehr Investitionen im Inland gefordert. Laut Enrica Detragiache, der stellvertretenden Leiterin des IWF-Europadepartments, verursacht der Überschuss globale Ungleichgewichte, da er zwangsläufig zu Defiziten in anderen Weltregionen führt. Zudem schade er mittelfristig auch der Wachstumsperspektive Deutschlands.
Bundeswirtschaftsministerin Zypries verteidigte die eigene Handelsbilanz gegenüber der „Bild“: „Unsere Unternehmen stellen hochwertige Maschinen und Anlagen her, die im Ausland gerne gekauft werden. Dafür müssen wir uns nicht entschuldigen.“ Deutschlands Volkswirtschaft gehöre „zu den stärksten der Welt“, fügte Zypries hinzu. „Sie ist zugleich sozial und ökologisch eine der weltweit fortschrittlichsten – und das soll auch so bleiben.“ EurActiv berichtete.
Die Kommission stuft Deutschland derzeit im Rahmen des Verfahrens gegen makroökonomische Ungleichgewichte in der zweiten von vier Stufen ein. Demnach besteht ein Ungleichgewicht, allerdings kein exzessives. EU-Sanktionen muss die Bundesregierung daher zumindest vorläufig nicht befürchten.