Weniger Schutz für Wölfe: Frankreich springt EU-Kommission bei

Frankreich fordert eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und will Landwirten mehr Unterstützung im Umgang mit den Tieren bieten. So sieht es ein Fünfjahresplan zum Umgang mit Wölfen vor, welcher nächste Woche vorgestellt werden soll und Euractiv vorliegt.

EURACTIV.fr
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Der fünfte französische Wolfsplan, der am Donnerstag den Abgeordneten und der Presse vorgestellt wurde, zielt darauf ab, den Schutz von Viehzüchtern im Falle von Wolfsangriffen auf ihre Tiere zu verbessern. Er erfolgt in einer Zeit, in der die Angriffe in nur einem Jahr um 20 Prozent zugenommen haben. [Shutterstock/Michar Peppenster]

Frankreich fordert eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und will Landwirten mehr Unterstützung im Umgang mit den Tieren bieten. So sieht es ein Fünfjahresplan zum Umgang mit Wölfen vor, welcher nächste Woche vorgestellt werden soll und Euractiv vorliegt.

Das Land stellt sich damit auf die Seite der Europäischen Kommission, welche Anfang September eine Überprüfung der EU-Habitats-Richtlinie vorgeschlagen hat, um den Schutzstatus des Wolfes zu ändern.

Frankreichs Plan zielt darauf ab, den Schutz von Viehzüchtern im Falle von Wolfsangriffen auf ihre Tiere zu verbessern. Diese haben in nur einem Jahr um 20 Prozent zugenommen.

Im Rahmen der Strategie wird die französische Regierung „einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren“ für Landwirte einführen, die eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss von Wölfen beantragen. Dabei bezieht sie sich auf die Berner Konvention des Europarats und die Habitat-Richtlinie der EU, nach der der Abschuss von Wölfen in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Darüber hinaus sieht die neue Wolfsstrategie der Regierung eine gezieltere Ausbildung von „Wolfsbetreuern“ vor, die die Abschüsse durchführen dürfen.

Der neue Plan sieht neben einer finanziellen Entschädigung auch psychologische Unterstützung für Landwirte vor, die Opfer von Wolfsangriffen geworden sind.

„Wir lassen uns dabei von der Wissenschaft leiten“, erklärten das Landwirtschafts- und Umweltministerium, welche demnächst die“ Testphase“ des Plans eröffnen werden, gegenüber Journalisten.

Es wird erwartet, dass die Regelungen des neuen Plans bald umgesetzt werden, um sich „schnell an die demografische Entwicklung der Wölfe und die Zahl der Angriffe anzupassen“, was allerdings auch von bestimmten Situationen abhängt. Die französischen Behörden werden bei Bedarf auf EU-Daten zurückgreifen.

„Wenn die Wissenschaft sagt, dass sich der Wolf in einem guten Erhaltungszustand befindet, gibt es kein Problem, seinen Status zu ändern“, sagte ein Ministeriumsbeamter gegenüber Euractiv. Der Wolf würde von einem „strengen“ Schutzstatus in einen lockereren übergehen.

„Das bedeutet nicht, dass er nicht mehr geschützt ist“, wurde hinzugefügt, aber der Beamte räumte ebenfalls ein, dass der Wolf „etwas leichter zu schießen“ sein werde.

Die Einzelheiten des Plans sollen von der Regierung am 18. September bekannt gegeben werden.

Nach den letzten offiziellen Zahlen gibt es in Frankreich 1.104 Wölfe, die sich auf 55 Bezirke verteilen, während es in der EU rund 20.000 sind.