Wirtschaftsgipfel in Frankreich soll 6,7 Milliarden Euro an Investitionen sichern
Der diesjährige "Choose France"-Gipfel, der am Montag (11. Juli) im Schloss von Versailles stattfinden wird, soll 180 CEOs der größten multinationalen Unternehmen versammeln - eine Rekordbeteiligung seit der erstmaligen Veranstaltung, die 2018 von Präsident Emmanuel Macron eingeführt wurde.
Der diesjährige „Choose France“-Gipfel, der am heutigen Montag (11. Juli) im Schloss von Versailles stattfindet, soll 180 CEOs der größten multinationalen Unternehmen versammeln – eine Rekordbeteiligung seit der erstmaligen Veranstaltung, die 2018 von Präsident Emmanuel Macron eingeführt wurde.
„Wir sind mit dieser Beteiligung sehr zufrieden“, sagte eine offizielle Quelle gegenüber EURACTIV. „Es spricht für die Attraktivität Frankreichs für ausländische Investitionsprojekte.“
Die „Choose France“-Konferenz wurde als jährliche Veranstaltung ins Leben gerufen, um die wirtschaftliche Attraktivität Frankreichs für ausländische Investitionsprojekte zu präsentieren. Bisher wurden insgesamt 80 Investitionsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 12 Milliarden Euro angekündigt und 21.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
6,7 Milliarden Euro an Investitionen und 4.000 neue Arbeitsplätze
Für die diesjährige Veranstaltung werden 14 ausländische Investitionsprojekte im Wert von 6,7 Milliarden Euro erwartet.
Im Mittelpunkt dieser Investitionen steht das Ziel von Präsident Macron, die wirtschaftliche Souveränität des Landes durch eine weitere Reindustrialisierung zu stärken, um Frankreich zu einem neuen „industriellen Motor“ zu machen, so die offizielle Quelle.
Der vietnamesische Automobilhersteller Vinfast wird die Eröffnung von 25 Ausstellungsräumen und Werkstätten im ganzen Land ankündigen und erwartet die Schaffung von 350 bis 400 neuen Arbeitsplätzen.
Auch das amerikanische Unternehmen Fedex plant die Einrichtung von 1.200 Arbeitsplätzen in den Bereichen Logistik und Transport.
Das niederländische Unternehmen Randstad wird ebenfalls 7.000 neue Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik und Bauwesen in Aussicht stellen.
Besondere Projekte sollen zudem in der Gesundheitsbranche vorgestellt werden, die nach einer zweijährigen Pandemie, die die Notwendigkeit der Relokalisierung der Produktion von Medikamenten und Spezialgeräten deutlich machte, bereits im Gange ist.
Seit 2018 wurden Investitionsprojekte im Wert von über 3 Milliarden Euro im Gesundheitsbereich angekündigt und 1800 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert.
So wird das britische Pharmaunternehmen Glaxo Smith Klein (GSK) in die französische Forschung und Entwicklung sowie in klinische Studien investieren, wodurch Frankreich für GSK zum viertgrößten Markt für klinische Forschung weltweit wird.
Auch der deutsche Pharmahersteller Merck kündigte im Januar eine Investition in Höhe von 175 Millionen Euro und 500 neue Arbeitsplätze in seinen Produktionsstätten an mehreren Standorten in Frankreich an.
Frankreich: das attraktivste EU-Land für ausländische Direktinvestitionen
Die Attraktivität Frankreichs für ausländische Investitionen ist auf die Wirtschaftsstrategie „France 2030“ zurückzuführen, die darauf abzielt, „Schlüsselsektoren der französischen Wirtschaft durch Forschung, Innovation und industrielle Investitionen radikal zu verändern.“ Außerdem soll Frankreich „eine führende Rolle in der Wirtschaft von morgen“ einnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Bemühungen scheinen sich zu lohnen. Laut dem Barometer für ausländische Direktinvestitionen (FDI) der Beratungsfirma EY vom Mai 2022 bleibt Frankreich das dritte Jahr in Folge das attraktivste europäische Land für ausländische Investitionen. Im Jahr 2021 wurden 1.221 ausländische Investitionsprojekte gesichert, ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber 2020.
Im Vergleich dazu stieg die Zahl der Projekte im Vereinigten Königreich nur um 2 Prozent, während sie in Deutschland im selben Jahr um 10 Prozent zurückging.
„Wenn die Zahl der Investitionsprojekte ein Rekordniveau erreicht, ist das nur auf die Wirtschaftspolitik von Emmanuel Macron seit 2017 zurückzuführen“, twitterte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.
Am Sonntag (10. Juli) wurden jedoch eine Reihe von Anschuldigungen bekannt, wonach Emmanuel Macron als Wirtschaftsminister zwischen 2014 und 2016 die wirtschaftliche Entwicklung von Uber unterstützt habe – gegen den Rat der Regierung, der er angehörte.
Dies wird höchstwahrscheinlich Fragen über die Beziehungen zwischen Politikern und dem Privatsektor aufwerfen, sowie die Notwendigkeit neuer Lobbying-Richtlinien innerhalb der französischen Politik.