Wissenschaftler fordern mehr Forschung zu Fettleibigkeit [DE]
Wissenschaftler sehen dringenden Forschungsbedarf beim wachsenden Problem Fettleibigkeit. Es müssten vor allem die genetischen und sozialen Faktoren identifiziert werden, die zu Gewichtszunahme und Fettleibigkeit führten.
Wissenschaftler sehen dringenden Forschungsbedarf beim wachsenden Problem Fettleibigkeit. Es müssten vor allem die genetischen und sozialen Faktoren identifiziert werden, die zu Gewichtszunahme und Fettleibigkeit führten.
„Je mehr wir über Fettleibigkeit lernen, desto komplexer wird das Thema: Die Menschen beschäftigen sich häufig nur mit Energiezufuhr und Energieverbrauch, können aber diese Balance selbst nicht mehr herstellen. Ein differenzierteres Verständnis der biologischen Zusammenhänge und die Wechselwirkung mit Umwelteinflüssen, die zu Gewichtszunahme und Fettleibigkeit führt, ist notwendig“, so Professor Arne Astrup, Präsident der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung der Fettleibigkeit (IASO) auf dem zehnten internationalen Kongress über Fettleibigkeit am 4. September 2006 (ICO 2006). Neue Studien ergaben, dass wenig Schlaf oder die Einnahme von trans-Fettsäuren den Biomechanismus des Körpers so ändern können, dass die Menschen zu übertriebener Nahrungsaufnahme und weniger Bewegung neigen.
„In extrem energiehaltigen westlichen Lebensmittel sind Geschmack und Spurenelemente durch künstliche Zusatzstoffe ersetzt, die Nahrungsmittel stärkehaltig und fett- und zuckerreich werden lassen und so den Appetit anregen und zu schnellem Essen verleiten. Ein Übermaß an verarbeiteter Nahrung führe zu einer zu hohen Aufnahme nährstoffarmer Energien, denen und damit zu Mangelernährung, so Dr. Anne-Thea McGill. Der Körper leide dann unter ‚Hungersnot’ und nährungsbedingten Störungen, weil Fett im oberen Teil des Körpers abgelagert werde.
Im Hinblick auf Versuche, Gewicht durch nahrungsergänzende Mittel zu verlieren, sei die Einnahme von Mineralien, Ballaststoffen und Knoblauch in natürlicher Form wirksamer, so McGill.
Die ‚Health in all“-Politik, mit der die zunehmende Fettleibigkeit in Europa bekämpft werden soll, ist eine der Prioritäten der finnischen Ratspräsidentschaft (siehe Euractiv vom 2. August 2006).